Archiv des Autors: Helga Katharina

Paten gesucht!

Gesucht wird zum einen eine Familie, die einen 16-jährigen afghanischen Waisenjungen bei sich aufnehmen würde. Er wünscht sich nichts sehnlicher als eine Ersatzfamilie.

Zum Anderen geht es um Paten für weitere unbegleitete minderjährige Geflüchtete, die auch über das 18. Lebensjahr hinaus betreut werden können.
Falls jemand Interesse hat, bitte hier unter der Kommentarfunktion melden, ich leite es dann weiter!

Danke!

Danke, Aachen!

Es ist Mittwochmittag. Die Turnhallen in der Rombachstraße werden aufgeräumt und gereinigt. Sie wirken schon jetzt geisterhaft verlassen.

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Fast alle Bewohner haben in den letzten beiden Tagen die Einrichtung verlassen. Nur zwölf Menschen warten weiterhin in Brand auf ihre kommunalen Zuweisungen. Leider mussten sich viele liebgewonnene Freunde voneinander trennen. Auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und den Mitarbeitern des DRK fiel so mancher Abschied schwer. Es sind viele Bindungen entstanden. Telefonnummern und Mailadressen  wurden daher zahlreich ausgetauscht, um in Kontakt bleiben zu können.

Alle sind sehr gespannt darauf, wie es weitergeht. Keiner weiß genau, was vorgefunden wird in der nächsten „Heimat“, da die bisherigen Erfahrungen äußerst unterschiedlich sind. Sie reichen von der Unterbringung in beheizten Zelten über Wohncontainer bis hin zu klassischen Asylbewerberheimen oder kleinen Wohnungen, die sich eine Familie oder vier bis elf Leute teilen.

Allen gemeinsam ist, dass sie ab jetzt eigenverantwortlich agieren müssen: Einkaufen, Kochen, Putzen und vieles mehr werden die Flüchtenden ab jetzt selbstständig organisieren müssen. Alle, die gingen, bedankten sich sehr herzlich mit Handschlag, Umarmungen, Küsschen und sehr vielen guten Wünschen, die von Übersetzern an die Helfer weitergegeben wurden. Und mit dem „Klenkes“.

Rombachstr-05 Abschied

Alle Flüchtenden waren sich einig, dass die Betreuung in der Rombachstraße sehr umfangreich, liebevoll und herzlich war. Viele der Bewohner wären sehr gerne in Aachen geblieben, aber darauf hat leider niemand Einfluss. Die Flüchtenden müssen dorthin gehen, wohin sie zugewiesen werden. Getauscht werden kann nicht; bei diesem Versuch erlischt der Anspruch auf Asyl in Deutschland.

So fügten sich alle letztlich ihren Zuweisungen und waren froh, dass es nun nach der Unterbringung in der Erstaufnahmeeinrichtung weitergeht.

Es wurde zwei Tage lang Abschied genommen, gepackt, geweint, gelacht und gedankt. Sogar die Kinderspielzeuge, die zunächst wegen Platzmangel nicht mitgenommen werden sollten, fanden nach vielem Probieren und Diskutieren doch noch einen Platz und zauberten ein glückseliges Lächeln in so manches Kindergesicht.

Die Busse wurden in eisiger Kälte mit vielem Winken und Abschiedsrufen bei der Abfahrt begleitet.
Sie nehmen all unsere guten Wünsche für ihre Zukunft  mit!

Party für die Bewohner der Rombachstraße

Seit Tagen schon wächst der Unmut der Bewohner in der Rombachstraße über die seit Wochen ausstehenden kommunalen Zuweisungen. Viele sind bereits seit September oder Oktober in der Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht. Sie verstehen nicht, warum es nicht endlich weitergeht in kleinere Unterkünfte.

So entsteht bei der Leitung der Unterkunft Freitagabend die Idee, für eine feierliche Ablenkung zu sorgen, bevor die täglich zu erwartenden Zuweisungen stattfinden. Mit dem Begriff Abschiedsfest wird gehadert, weil die Helfer Sorge haben, bei den Bewohnern falsche Hoffnungen auf eine unmittelbar bevorstehende Zuweisung zu wecken. Mehrfach schon hatte es derartige Gerüchte gegeben.

Wir setzten uns noch Freitag abend mit Patrick Gier vom Jub in Verbindung, der uns spontan und unbürokratisch einige Minuten nach unserem ersten Telefonat und einer Führung durch Stefanie Bahr Schlüssel und Räumlichkeiten des Cafes im Jub übergab.

Der Samstag beginnt für uns  mit Telefonaten und Mails, um Essen, Musik und Helfer zu organisieren.
Erstaunlicherweise ist all das bis mittags geklärt. Bis auf die Kostenübernahme. Diese zu klären, dauert eine Mail und zwei Telefonate mit dem Pfarrer der Gemeinde St. Donatus Ralf Freyaldenhoven in Brand.
Er sagt nachmittags die komplette Kostenübernahme von Essen und Getränken  hälftig durch die Pfarre St. Donatus und den Brander Bürgerverein zu. Damit hatten wir nicht gerechnet! Vielen, vielen Dank dafür! Es ist großartig, wenn man in solch kurzer Zeit die gesamten Kosten gedeckt weiß!

Wenige Minuten später erhalten wir die Zusage von Peter Jumpertz, uns Obst und Dekoration zu spenden; finanziert aus dem Erlös eines Solidaritätskonzertes für „unsere“ Flüchtlinge am 17.11. in der Kappertz-Hölle von der Coverband  „Don’t stop“.

Sehr schnell  ist der Sonntag abend da. Die erforderliche Musikanlage wird am späten Nachmittag in der Unterkunft auf Funktionalität getestet und führt zu einer spontanen arabischen Tanzdarbietung.
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Die Bewohner der Rombachstrasse wurden am Vortag über die geplante Party im Jub informiert. Daher stehen sie pünktlich um 17.30 Uhr an der Unterkunft bereit, als mehrere Helfer sie abholen und in das Cafe des Jub begleiten. Dort waren bereits Tische mit Obst und Popcorn sowie Nüssen und herzhaften Knabbereien und Getränken eingedeckt.

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Das Cafe war von den sehr kurzfristig zusammengetrommelten Helfern liebevoll dekoriert. Ein ganz herzliches Dankeschön an die unermüdlichen Helfer des ÖLF, der Pfarren St. Donatus und St.Katharina, die dieses Fest erst möglich machten durch ihren unermüdlichen, stundenlangen sehr professionellen Einsatz in der Vor-und Nachbereitung!! Ihr wart klasse!

Das Abendessen war von der Rombachstraße ins Jub verlegt worden und wurde von den vielen Helfern zusammen mit den Caterern in vier Gängen ausgeteilt. Die orientalischen Speisen kamen generell sehr gut an und das Essen war samt Nachttisch schnell aufgegessen.

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An dieser Stelle ein Teschekür ederim an die Betreiber Familie Kazak! Es ist Wahnsinn, was Ihr an einem Tag und einer Nacht gezaubert habt!

Da sehr viele der Bewohner in Tanzlaune waren, sobald sie die ersten Klänge arabischer Musik hörten, verlagerte sich rasch dank der Hilfe von Robert Gerick die Party in die Disko des Jub.
Dort spielte „DJ“ Nishtman Aniz sowohl arabische als auch europäische und afrikanische Musik und es wurde getanzt, bis alle schweißnass waren.

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Bekanntlich soll man ja aufhören, wenn es am schönsten ist. So machten wir uns also nach einer Aufräumaktion gemeinsam mit den Bewohnern der Rombachstrasse und vielen Dankeschöns und Thank you auf den Weg zurück in die Einrichtung.

Einige Bewohner haben sogar eine schriftliche  Dankesrede verfasst, in der sie ausdrücklich allen Helfern in der Rombachstraße für ihren unermüdlichen Einsatz in der Essensausgabe sowie der Kinder-und Freizeitbetreuung  und ihre liebevolle Fürsorge danken. Besonders erwähnen sie, dass die Helfer ihren Kindern, die aus Kriegsgebieten kommen, endlich wieder Hoffnung geben. Sie legen Wert darauf, nicht mit den Kölner Geschehnissen in Verbindung gebracht zu werden und warnen vor Pauschalisierungen. „Unsere“ Bewohner legen Wert darauf, anderen Menschen respektvoll zu begegnen. Immer. Sie bedanken sich noch einmal ausdrücklich für den heutigen Abend.

Wir finden, dass wir zu danken haben: Ihr seid eine echte Bereicherung! Für unser Land und unsere Kultur. Und für unseren Horizont.

Wie es „danach“ weitergehen kann

Es ist der 7. Januar. Ein verregneter Tag. Wir machen uns auf den Weg nach Dinslaken. Dorthin wurde Fade, ein syrischer Geflüchteter, Mitte Dezember kommunal zugewiesen, nachdem er fast drei Monate in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Rombachstraße zugebracht hatte.

Wir sind neugierig, wie es für Fade weitergegangen ist, nachdem wir uns von ihm verabschiedet hatten. Er ist jetzt in einem ehemaligen katholischen Kindergarten mit 34 anderen Geflüchteten verschiedenster Nationalitäten untergebracht.

Er hatte großes Glück: Er bewohnt ein kleines Vierbettzimmer, daß er sich momentan mit zwei anderen Flüchtenden teilt. Alle anderen sind in 10/11-Bettzimmern untergebracht. Das Zimmer ist spartanisch eingerichtet; Gemeinschaftssanitärräume befinden sich in der Einrichtung sowie eine kleine Küche, die von allen rund um die Uhr genutzt werden kann.

Die kommunal Zugewiesenen dürfen sich frei außerhalb der Einrichtung bewegen. In Aachen mussten die Bewohner unserer Erstaufnahmeeinrichtung innerhalb der Stadtgrenzen bleiben. Sie bekommen nach der kommunalen Zuweisung mehr als die bisherigen 30 Euro Taschengeld wöchentlich; müssen aber jetzt auch von dem Geld selbstständig einkaufen und kochen.

Fade hat sichtbar abgenommen; er erzählt uns, dass es sehr viel Ärger gab, bevor er in dieser Unterkunft untergebracht wurde. Zuvor wurde er in einer Einrichtung untergebracht, in der 3000 Leute verschiedenster Herkunftsländer miteinander auskommen mußten, was sehr schlecht funktioniert. Er beschwerte sich massiv und bestand auf einer anderen Unterbringung.

Und hatte Glück, gleich zu Anfang in der neuen Einrichtung auf einen sehr hilfsbereiten Sicherheitsbeamten libanesischer Herkunft zu treffen, der bei unserem Zusammentreffen in Dinslaken zeitweise als Übersetzer fungierte und offensichtlich sehr großes Interesse an Fades Werdegang hat. Fade spricht inzwischen einige Sätze deutsch und sein Englisch hat sich deutlich verbessert.

Leider kann er noch nicht am Deutschunterricht teilnehmen; dazu muss er erst auf sein „Interview“ warten. Bis dahin behilft er sich mit Youtube als Autodidakt. Das geht jetzt – im Gegensatz zu seiner Zeit in Aachen, da dort nie ausreichend Ruhe zum Lernen war; Fade kannte dort keine Privatsphäre aufgrund der Unterbringung mit mindestens 140 anderen Flüchtenden in der Turnhalle der Gesamtschule in der Rombachstraße.

Wir reden lange; er zeigt uns die Stadt, wir gehen einen Kaffee trinken. Im Vergleich zu Aachen wirkt Dinslaken ausgestorben. Fade betont immer wieder, daß er nach Aachen zurück möchte, sobald das möglich ist. Er berichtet davon, wie freundlich er bei uns aufgenommen wurde und wieviel Ansprache er hatte. Wie sehr ihm unsere Stadt ans Herz gewachsen ist während seiner Zeit in der Erstaufnahmeeinrichtung. Wie offen die Aachener BürgerInnen begegnet sind.

Er verfasst fortwährend eine einzige Liebeserklärung an Aachen. Ein größeres Kompliment an eine Stadt haben wir noch nicht gehört. Und ein schöneres Dankeschön für die Arbeit, die in der Einrichtung in der Rombachstraße täglich geleistet wird, kann es nicht  geben.

Wir nehmen viele Grüße und mehrere Videobotschaften an die anderen Bewohner unserer Einrichtung mit, die noch nicht ihre kommunalen Zuweisungen erhalten haben. Und fühlen uns einmal mehr bestätigt in dem, was wir tun.

Wir sind sicher, Fade bald wieder in Aachen zu sehen!

Weihnachtliches Beisammensein im Pfarrzentrum

Alle Bewohner der Rombachstraße waren eingeladen ins Pfarrzentrum von St. Donatus. Bis auf etwa zehn kranke Leute folgten alle dieser Einladung. Wir machten uns pünktlich um 14 Uhr gemeinsam auf den Weg.

Im Pfarrzentrum wurden wir herzlich empfangen. Die Tische waren bereits festlich dekoriert und mit Obst und Obstspießen, Baklava, Süßigkeiten und Plätzchen sowie Printen angerichtet.

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DANKE den Spendern des Obstes und des Gebäckes an dieser Stelle!!! Nach einer dreisprachigen Einführung durch Katharina von Gallwitz (deutsch und englisch) und dem Übersetzer Hamid (arabisch) wurden Waffeln gebacken, Getränke gereicht und das Programm mit dem Akkordeonspieler Karl Mertens eröffnet. Wir sangen gemeinsam Weihnachtslieder.

Danach traten sieben Bewohner der Rombachstrasse unter der Leitung von Hamid ans Mikrophon und sangen das vorher eingeübte Stück: „Klingglöckchen klingelingeling“ sowie „Oh Tannenbaum“ und ein arabisches Stück.

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Einige Leute gingen in die benachbarte Kirche und sangen dort gemeinsam zu den Klängen der hiesigen Orgel. Sabine Drewanz trug mit einigen Leuten aus der Unterkunft in der Rombachstraße ebenfalls Weihnachtslieder vor. Anschließend boten die drei Gitarrenspieler Willi, Achim und Astrid ein buntes musikalisches Potpourri bestehend aus englisch- und deutschsprachigen Stücken. Dabei wurden sie spontan tatkräftig aus dem Publikum unterstützt.

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Und irgendwann hielt es das Publikum einfach nicht mehr auf den Stühlen. Erst wurde geklatscht. Dann wurde getanzt. Es wurde arabische Musik gespielt. Es wurde noch mehr getanzt. Die Kinder, die in verschiedenen Räumen geschminkt wurden und sich mit Kickern und anderen Spielen vergnügten, stießen nach und nach wieder zu den anderen dazu.

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Ausgelassen wirbelten Kinder und Erwachsene verschiedenster Nationalitäten über das Parkett.

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Da die Bewohner der Rombachstrasse gegen 18 Uhr zum Essen zurückerwartet wurden, räumten wir noch gemeinsam miteinander auf und machten uns voller neuer Eindrücke zurück auf den Weg in die Einrichtung.

Ein ganz, ganz herzliches DANKESCHÖN an die vielen Helfer der Pfarre St. Donatus, die uns einen wunderschönen Nachmittag außerhalb der Einrichtung beschert haben!

Fußball verbindet

Es ist Heiligabend und der Nachmittag neigt sich dem Ende entgegen. Plötzlich steht ein junger Mann vor uns. Er bietet an, mit jungen Männern Fußball zu spielen. Den Ball hat er gleich mitgebracht.

Wir rufen einmal laut in die Unterkunft „Football – Soccer!“ und schnell ist ein junger Übersetzer gefunden, der zusichert, in zehn Minuten seine Freunde mit Schuhen und Jacken bewaffnet zu uns zu bringen. Währenddessen versucht der diensthabende Übersetzer des DRK (Danke Hamid!) sein Glück bei den jungen Männern der Unterkunft.

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Nach einem uns nicht ersichtlichen Schneeballsystem ist nach 15 Minuten der Fußballplatz voll.
Nach kurzer Ballakrobatik beginnt ein dynamisches Spiel, unabhängig von Alter und Nation, bei dem man gerne zuschaut. Da machen ein paar Regentropfen gar nichts aus!

Eine gute Idee des jungen Mannes, die das Wiederholen lohnt! Manchmal braucht es nur einen Ball und eine spontane Idee. Danke, Max!

Froh zu sein bedarf es wenig

Es ist der 24. Dezember 2015. Die Sonne scheint; es ist warm für diese Jahreszeit. In der Unterkunft in der Rombachstraße ist es ruhig.

Die Kinder sind aber sofort neugierig, als wir die Halle betreten und versammeln sich in einem Kreis um uns herum. Sie fragen uns nach den sehr begehrten Inlineskatern, die wir seit mehreren Wochen über Spendenaufrufe im Bekannten,-Freundes-und Kollegenkreis sowie über Ebay-Kleinanzeigen gesammelt haben.

Leider war es uns nicht möglich, alle Größen zu ergattern, aber wir konnten fast alle Kinder zufriedenstellen und die leer ausgegangenen waren nach kurzen Verhandlungen in der Lage, die Inlineskater der anderen Kinder anzuziehen. Nur kurz, versteht sich!

So waren ausnahmslos alle Kinder froh, als es endlich losging. Wir drehten auf dem Außengelände der Einrichtung unsere Runden und nach Anlegen der erforderlichen Protektoren wagten sich etliche der Skateranfänger an kleine Experimente.

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Eltern kamen dazu und es ergab sich die eine oder andere lustige Begebenheit. Die ausgelassene Stimmung machte auch vor kleineren Stürzen, falsch angelegten Inlineskatern oder Protektoren sowie zum Ende hin einigen Tropfen Regen  nicht halt. Unterstützung erhielten wir von einigen Dreiradfahrern, die ausgelassen zwischen den Skatern herumfuhren.

Alles in allem ein sehr gelungener Nachmittag, der mit dem Versprechen endete, solch eine Aktion recht bald zu wiederholen.

Ein ganz herzliches Dankeschön an alle Spender!!!!

Orientalischer Basar in der Rombachstraße

Es war etwas Vorarbeit nötig: „Ursula“  musste organisiert werden, eine Liste über unsere Bewohner in der Rombachstraße und deren Bedarf erstellt werden und dann konnten wir endlich los. Wir machten uns auf den Weg, um alle unsere Bewohner bedarfsgerecht mit den noch fehlenden Utensilien wie Kinderspielzeug einzudecken.

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Bei „Islamic Relief“ wurden wir sehr freundlich empfangen und erhielten sogar spontan Dinge wie Handschuhe und Koffer, an die wir beim Erstellen unserer Liste nicht gedacht hatten. Es kam soviel  für unsere derzeit 145 Bewohner zusammen, dass das große Auto bis unter das Dach vollgepackt war.

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Mit großer Begeisterung wurden wir in der Unterkunft empfangen. Auf dem „orientalischen Basar“ ging es sofort hoch her. Im Nu war jeder der Bewohner eingedeckt und es ging ein vorweihnachtliches Strahlen durch die Unterkunft. Danke an IslamicRelief! Ihr leistet großartige Arbeit!

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Leider konntet Ihr die vielen „Shoukran!“ – „Danke!“ – „Thank you!“ – „Merci!“ nicht hören und vom vorweihnachtlichen Strahlen können wir Euch nur berichten.

Ein vorweihnachtlicher Ausflug

Eigentlich sollte es ein Ausflug zum Abenteuerspielplatz werden. Dann kam der freitägliche Regen und somit fielen unsere Pläne buchstäblich ins Wasser. Spontan wurde unter Zuhilfenahme der Stadt Monschau (DANKE dafür noch einmal!!!) und dem Mobilé in Brand („Ursula“ brachte uns sicher überall hin!) ein Ersatz gefunden: Mit zwei Familien fuhren wir zum Weihnachtsmarkt nach Monschau.

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Die eigentliche Attraktion für die Familien aus Syrien war die malerische, weihnachtlich geschmückte Stadt. Jedes Fenster lud zum Verweilen ein. Fotos vor der malerischen Kulisse wurden gemacht.

Beim Bummel über den Weihnachtsmarkt stießen wir auf großes Interesse an uns und wurden sehr freundlich aufgenommen. Die Kinder wurden von Besuchern mit Salzstangen bedient und ein Verkäufer von Nikolausmützen bewies Geduld und Ausdauer mit unseren  Wünschen und stellte sich nach der Anprobe gerne für ein Foto mit uns  zur Verfügung.

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Die Kinder kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und die Mütter waren begeistert und erzählten von ihrer Heimat, den Städten, den Bauten und der Natur. Immer wieder zogen sie Vergleiche und berichteten uns viel über bessere Zeiten in ihrem Land.

Monschau war für die syrischen Familien ein guter Einstieg, um ihre neue Heimat kennenzulernen und für uns ein Türöffner zum Austausch über Sitten und Gebräuche. Uns hat dieser Ausflug sehr bereichert; viele unserer bisherigen Vorstellungen von syrischem Leben haben wir revidiert und unser Wissen erweitert. Absolut empfehlenswert, dieser Austausch!

Dafür DANKE an unsere neuen Brander Mitbewohner!

Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt

Nach unserer ersten positiven Erfahrung mit dem Monschauer Weihnachtsmarkt und „Ursula“ verabredeten wir uns nach dem Mittagessen mit einer Gruppe erwachsener Bewohner der Rombachstraße zu einer Tour in die Eifel. Zu Klängen arabischer Musik und musikalischer Begleitung durch unsere Fahrgäste auf den Rücksitzen fuhren wir los und waren nach einer regen Unterhaltung  (Danke an Enis für’s Übersetzen!) im Nu vor Ort.

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Auch die Erwachsenen waren sehr angetan von dem malerischen Städtchen und hinterfragten das Alter der Stadt und die Historie, Einwohnerzahl etc. So wurde uns wieder einmal gezeigt, wie wenig wir über unsere eigene Heimat wissen.

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Wir besuchten eine Kirche und waren sehr beeindruckt von den Aushängen. Nach einem Bummel über den Weihnachtsmarkt machten wir uns voller neuer Eindrücke auf den Heimweg.

Tschö!

Wir wollten nicht weinen. Der Himmel fing damit an.

Es goss in Strömen, als vierzig bisherige Bewohner der Rombachstraße von einem Bus abgeholt wurden.

Nachdem die letzten Telefonnummern ausgetauscht und jeder Einzelne mit Handschlag, Umarmung und vielem Winken verabschiedet war, ging es los in Richtung der vorläufig neu zugewiesenen Heimat.

Alles Gute für Euch!

Öcher Leckereien für die Rombachstraße

Wir trauen unseren Augen nicht: In der Lagerhalle des Aachener Süßwarenherstellers Lambertz Printen rollt eine Europalette auf uns zu.

Tatsächlich sind all die Leckereien für „unsere“ Flüchtlinge bestimmt. Zuvor hatten wir rund 50 Süßwarenhersteller in ganz Deutschland um Spenden gebeten.

Uns erreichten bis heute ausschließlich Absagen mit der Begründung, man arbeite bereits mit Stiftungen oder den Trägern der Flüchtlingsunterkünfte zusammen. Und als endlich nach endlos scheinender Wartezeit die erste Zusage kam, machten wir uns gleich auf den Weg.

Und wurden sehr freundlich mit besagter Europalette empfangen.

Öcher Leckereien

Öcher Leckereien

Nach kurzer Verladezeit kamen wir mit einem bis zur Decke vollgepackten Auto in der Einrichtung an. Die Leckereien werden in der Adventszeit zu den jeweilig stattfindenden Aktionen an die Flüchtenden verteilt.

Auf diesem Weg der Firma Lambertz Printen noch einmal ein begeistertes DANKE!

Kleine rote Wichtel in der Rombachstraße

Kleine rote Wichtel

Kleine rote Wichtel

Bisher konnte nicht abschließend geklärt werden, woher sie kamen. Plötzlich waren sie da: Kleine Menschen mit roten Nasen. Sie trugen rote Mützen auf ihren Köpfen und verteilten an die Kinder in der Unterkunft in der Rombachstraße Tüten mit Leckereien.

Gedankt wurde ihnen mit strahlenden Gesichtern. Diese Aktion lud zum Verweilen und einfach nur Zuschauen ein.

Ein Besuch im Zoo

Nach der spontanen morgendlichen Zusammenstellung einer kleinen Gruppe mit Hilfe des DRK fanden sich sieben interessierte Kinder und zwei Erwachsene , die zu Fuß die drei Kilometer bis zum Drimborner Wäldchen zurücklegten.

Bei kalten Außentemperaturen mit ein wenig Sonnenschein erkundeten wir den Aachener Tierpark. Kontakte zu anderen Besuchern wurden schnell geknüpft.

Die hiesigen Gebräuche, nicht mehr benötigte Schnuller in einen Baum zu hängen oder Geschenke, die keinen verwendbaren Inhalt haben, waren den Kindern zunächst suspekt, bis eine Besucherin den Sinn verständlich machen konnte.

Auch der respektvolle Umgang mit den Tieren war für die Kinder gewöhnungsbedürftig. Begeistert genutzt wurden die vorhandenen Spielgeräte, bis es allen zu kalt wurde und wir den Heimweg in die Rombachstraße antraten. Erschöpft und teilweise nass waren wir pünktlich zum Abendessen zurück.

Da wir noch über weitere Freikarten verfügen, werden wir diesen Ausflug mit einer anderen Gruppe in der nächsten Zeit wiederholen.