Archiv des Autors: Marc Heckert

Willkommen Burtscheid!

Abtei Burtscheid, Torbau. Foto: Marc Heckert

Abtei Burtscheid, Torbau. Foto: Marc Heckert

Auf Aachenschafftdas tut sich was: Das Netzwerk Neue Nachbarn (NNN) aus Burtscheid nutzt jetzt auch diese Seite. Die Flüchtlingshilfe der Pfarre St. Gregor von Burtscheid, der Evangelischen Gemeinde Aachen und der Christusgemeinde e.V. unterstützt Geflüchtete in diesem Aachener Stadtteil.

Auf dieser Seite werden ab jetzt die Helfer und Organisatoren über ihre Arbeit berichten und aktuelle Informationen zur Flüchtlingsarbeit im Aachener Süden bereitstellen. Aachenschafftdas ist als offenes Portal so angelegt, dass jeder Helfer und Aktive als Autor über die Flüchtlingsarbeit berichten kann. Neue Autoren sind stets gern gesehen.

Kontakt über:
NETZWERK NEUE NACHBARN
c/o Katholische Kirchengemeinde St. Gregor von Burtscheid, Michaelsbergstr. 6, 52066 Aachen
E-Mail:     neue-Nachbarn@st-gregor-von-burtscheid.de
oder
NETZWERK NEUE NACHBARN
c/o Evangelische Kirchengemeinde Aachen,
Pfarrer Redmer Studemund, Louis-Beißel-Str. 6, 52066 Aachen
E-Mail:     neue-nachbarn@evangelisch-in-aachen.de

Herzlich willkommen, Burtscheid!

Trommeln, Taboulé und Tanz: Das große Helferfest

Afghanische Trommeln, syrische Stand-Up-Comedy, arabische Leckerbissen, moderne Soulmusik, Evergreens auf der Zieharmonika und dazu Öcher Stimmungslieder: Das Programm des Festabends für die freiwilligen Flüchtlingshelfer aus Brand und Forst im Saalbau Rothe Erde konnte sich in Sachen Vielfalt durchaus mit den Aufgaben messen, die wir Integrationshelfer in den vergangenen Monaten zu bewältigen hatten.

Klicken Sie das erste Bild an und bewegen Sie sich mit den Pfeil-Tasten durch die Galerie!

Wie sehr die Stadt in der zeitweise turbulenten zweiten Hälfte des vergangenen Jahres auf die Hilfe der mehreren Tausend Freiwilligen angewiesen war, hob Oberbürgermeister Marcel Philipp hervor. Es war eine Arbeit mit vielen Gesichtern: Sie begann von der täglichen Essensausgabe in der Turnhalle der Gesamtschule Brand und der Theodor-Körner-Kaserne, reichte über Sprachkurse und Hilfe bei der Eingewöhnung in den deutschen Alltag und endete in einem breiten Angebot an integrativen Aktionen, etwa Besuche für Kinder im Aachener Tierpark und freiwilligen Arbeitseinsätzen von Flüchtlingen auf einem Bauernhof in Vetschau. Fast 500 Bürger hatten sich alleine in Brand und Forst beteiligt, dazu ungezählte Vereine, Organisationen, Kirchengemeinden und Gruppen aller Art.

Marcel Philipp dankte den rund 200 in der „Kappertz-Hölle“ erschienen Gästen für ihr unermüdliches Engagement. „Sie haben erlebt, wie bereichernd es ist, Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen und ihnen zu helfen.“ Für die bevorstehende Integrationsarbeit, bei der es kaum ohne unvermeidliche Reibung abgehen werde, versprach er den Freiwilligen die Unterstützung und Gesprächsbereitschaft der Stadt: „Kommen Sie auf uns zu, meine Tür steht immer offen.“

Das Helferfest würdigte die ehrenamtliche Arbeit in den Notunterkünften und Übergangswohnheimen in Brand und Forst. Zahlreiche Sponsoren und Förderer hatten die Veranstaltung möglich gemacht, so etwa Peter Kappertz, der den Saal bereitstellte und Peter Jumpertz, der den künstlerischen Teil organisierte und selbst am Schluss als DJ für Tanzstimmung sorgte. Unterstützung kam auch in Form eines Schecks über 1000 Euro von der Theatergruppe der Martin-Luther-Kirche Brand, die die Einnahmen ihrer Aufführungen des Stücks „Das Festkomitee“ der Flüchtlingsarbeit spendete.

Im bunten Teil des Abends bekam das Publikum dann eine Kostprobe dessen geboten, was die neuen Nachbarn zum gesellschaftlichen Leben beisteuern können – kulturell wie kulinarisch. Da war etwa der junge Trommler Javid Tajik aus Afghanistan, der den Saal mit den exotischen Klängen seiner beiden Tabla-Trommeln füllte. Oder das üppige Buffet mit Fatusch-Salat, Taboulé und Hummus-Kichererbsenbrei der aus Syrien stammenden Cousins Mohammad Ejjo und Mohamad Ejo (deren unterschiedliche Namensschreibweise auf deutsche Einwanderungsbürokratie zurückgeht).

Hamid Ejo, ein weiteres Mitglied der Familie und als Rotkreuz-Mitarbeiter in den Unterkünften tätig, amüsierte seine Zuhörer mit Stand-Up-Comedy aus der Perspektive eines Neubürgers. Ernster war das auf Persisch vorgetragene Gedicht der jungen Afghanin Assady Maliha über den Schmerz, den das Verlassen der Heimat mit sich bringt.

Im weiteren Programm ging es dann ebenso abwechslungsreich weiter: Das Duo Ariane Baur und Moritz Schippers präsentierte Jazz, Soul und Pop. Auf eine Reise durch die Welt der Musik nahm HeJoe Schenkelberg die Zuhörer mit seinem Akkordeon. Und die in der Karnevalsszene bekannten „De Pöngche“ – Ulrich Havermann und Dirk Chauvistré – sorgten für heimatliche Klänge „met Hazz än Jesangk“. Mit Herz, so hoffen wir, wird die Integrationsarbeit der Aachener Freiwilligen auch in den nächsten Monaten weitergehen.

Bleiben Sie bitte am Ball und melden Sie sich über unser Formular für weitere Arbeiten an – die große Aufgabe Integration geht uns alle an! Viele Ansätze und Anregungen für unsere kommende Arbeit finden Sie in unserem Integrationskonzept Flüchtlinge in Brand und Forst, das Sie als PDF herunterladen können.

Danke – und: Weiter so!

einladung

Liebe Flüchtlingshelfer in Brand und Forst, bitte merken Sie sich den Samstag, 5. März! An diesem Abend wollen wir uns allen selbst ein „Danke“ sagen. Und gemeinsam Feiern.

Eingeladen ist jeder, der sich an der Betreuung unserer Gäste in Brand und Forst beteiligt hat. Oberbürgermeister Marcel Philipp wird Sie offiziell begrüßen und einen Ausblick über die zukünftige Situation der Flüchtlingshilfe in unseren beiden Stadtteilen geben.

Für das Unterhaltungsprogramm sorgen bekannte lokale Künstler wie das Öcher Gesangsduo „De Poenchere“, die Soulsängerin Julita Elmas, Akkordeonspieler Hejo Schenkelberg und weitere Überraschungsgäste. DJ Peter Jumpertz will dann dafür sorgen, dass fleißig das Tanzbein geschwungen wird.

Auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz: Für’s Essen sorgen wir, die Getränke bezahlt bitte jeder selbst.

Wenn Sie noch keine persönliche Einladung für sich und Ihren Partner bekommen haben, sprechen Sie bitte Ihren Kontakt beim Ökumenischen Lenkungskreis Flüchtlinge in Brand und Forst an. In der Einladung finden Sie alle weiteren Angaben, auch zum Veranstaltungsort. Wir freuen uns auf den gemeinsamen Abend!

So können Sie mitmachen

Unsere Arbeit verändert sich gerade. Nachdem die Flüchtlinge aus der Turnhalle Brand ausgezogen sind, engagieren sich unsere Helfer im Moment vor allem für die Bewohner des Übergangswohnheimes in der Körner-Kaserne in Forst. Dort entsteht auch eine neue Erstaufnahmeeinrichtung. Ein weiteres Übergangswohnheim wird derzeit in der Debyestraße zwischen Brand und Eilendorf eingerichtet. Die Menschen dort werden unsere Hilfe brauchen. Ein wichtiges neues Feld werden Patenschaften für die bereits in Brand lebenden Flüchtlingsfamilien, also Unterstützung beim Einleben in unsere Gesellschaft und unseren Alltag.

Wir freuen uns, wenn Du/Sie mitmachen, um unsere neuen Nachbarn in unseren Stadtteil zu integrieren! Es gibt viele Betätigungsfelder:

– Freizeitangebote,
– Sprachunterricht,
– gesellschaftliche Arbeit,
– Stadtteilerkundungen,
– Kinderbetreuung,
– Patenschaften,
– Wohnungssuche,
– Kleinstgarten,
– medizinische Betreuung,
– Unterstützung bei Rechtsfragen,
– und, und, und…

Auf unserem großen Helferfest am Samstag, 5. März (mehr Infos hier) wollen wir dazu weitere Informationen geben. Wer sich einbringen möchte, kann sich hier unser Integrationskonzept Flüchtlinge in Brand und Forst herunterladen, in dem sich viele Ansätze und Anregungen für unsere kommende Arbeit finden.

Wir sehen uns am Samstag!

„hêvî“-Treffen

Für Kurzentschlossene hier ein Veranstaltungstipp: Im Café und Bar Zuhause findet am Montag, 15. Februar, die mittlerweile dritte „hêvî für Flüchtlinge“-Veranstaltung statt.

Bei diesem Treffen („hêvî“ heißt Hoffnung) geht es laut Ankündigung darum, neue Kulturen zu entdecken, Flüchtlinge kennenzulernen, beim Deutschlernen zu helfen und gemeinsam einen gemütlichen Abend zu verbringen. Der Bildungs- und Integrationsverein hêvî geht auf das Jahr 2009 zurück und wurde Anfang 2012 als eines von drei Aachener Projekten mit dem Prädikat „Familienfreundlich“ der Stadt Aachen ausgezeichnet.

Zitat von der Vereinshomepage (www.hevi-hoffnung.de):

Der Verein hêvî e.V. wurde von Studenten und Schülern zum Leben erweckt. hêvî setzt sich dafür ein, dass alle Kinder die gleichen Chancen zur freien Entfaltung innerhalb der Gesellschaft haben, unabhängig von ihrem sozialen oder kulturellen Hintergrund. hêvî unterstützt Kinder und Jugendliche in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung, und fördert die Integration.

Los geht es im „Zuhause“ in der Sandkaulstraße 109 ab 18 Uhr.

Köln und die Folgen – wir sprechen miteinander

Kein Thema bewegt unsere Gesellschaft so sehr wie die Geschehnisse der Silvesternacht in Köln. So wenig auch derzeit noch über die genaue Identität der Täter bekannt ist, so sehr werden in der öffentlichen Diskussion die massenhaften sexuellen Übergriffe auf Frauen rund um Dom und Hauptbahnhof mit der Flüchtlingskrise in Zusammenhang gebracht. Grund genug, auch im Kreis der Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer in Brand und Forst über das Thema zu sprechen. Angeregt hatten die Diskussionsrunde in der Brander Martin-Luther-Kirche Gereon Hermens vom ÖLF und Dr. Jamal Sobeh, der als Diplom-Psychologe im Bethlehem-Gesundheitszentrum Stolberg tätig ist. Er dolmetschte zugleich zwischen den deutschen und arabischen Redebeiträgen.

Im Gespräch: (von links) Rami Akl vom Helferkreis Körner-Kaserne, Gemeindereferent Ralf Lehmkühler von St. Donatus, Samineh Safaieh-Meven aus Brand und Mitinitiator Dr. Jamal Sobeh.

Im Gespräch: (von links) Rami Akl vom Helferkreis Körner-Kaserne, Gemeindereferent Ralf Lehmkühler von St. Donatus, Samineh Safaieh-Meven aus Brand und Mitinitiator Dr. Jamal Sobeh.

Es war eine bunt gemischte Runde von Interessierten und Engagierten aus Deutschland, Syrien, Iran, Irak und Jordanien, von der Schülerin bis zum Pfarrer, von der Ärztin bis zu einem ehemaligen Philosophiestudenten der Universität von Damaskus. Mit Gemeindereferent Ralf Lehmkühler von St. Donatus war auch die katholische Kirchengemeinde vertreten. Informiert waren alle über die Geschehnisse von Köln, die auch unter den Flüchtlingen für heftige Diskussionen gesorgt hatten.

In der Ablehnung der Übergriffe herrschte Einigkeit: „Das sind nicht unsere Werte“, sagte ein Syrer. „Als Männer müssen wir Frauen schützen“, betonte ein Anderer. Keine Antwort konnte es naturgemäß geben auf die Frage, warum die Polizei die Taten nicht verhindern konnte – und die Täter noch nicht hart bestraft oder gar abgeschoben wurden.

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Gereon Hermens vom Ökumenischen Lenkungskreis Flüchtlinge legte dar, wie sich die Lage nach der Silvesternacht entwickelt hatten und welche Auswirkungen sie auf die deutsche Gesellschaft entfaltet hatten: von den derzeitigen immer neuen Forderungen in der Politik nach schärferen Gesetzen und mehr Polizisten bis zur gestiegenen öffentlichen Unterstützung für Parteien wie die AfD und die „Pegida“-Bewegung. „In Brand ist die Situation noch sehr positiv“, erläuterte er. „Das ist aber nicht überall in Deutschland so.“

Dass sich aber mittlerweile auch in Aachen Flüchtlingshelfer unter Erklärungs- oder sogar Rechtfertigungsdruck durch Freunde und Familienmitglieder sehen, schilderte Samineh Safaieh-Meven, Branderin mit iranischen Wurzeln. Sie habe zeitlebens sowohl orientalische Werte wie Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit ebenso gelebt wie deutsche Tugenden wie Pünktlichkeit und Ordnung – doch was sie zeitlebens als Bereicherung empfunden hatte, entwickele sich nun eher zu einem Problem.

Kein Zweifel: Köln war ein gravierendes Ereignis, das tiefe Spuren hinterlassen hat. Indes: „Ob unsere Tochter zum Judo geht oder in der Turnhalle Rombachstraße hilft – wir sind so besorgt und unbesorgt, wie wir vorher waren“, sagte eine Mutter.

Dass Grenzen zwischen Kulturen und Religionen überwunden werden können, beschrieb Gastgeber Pfarrer Uwe Loeper, selbst Deutscher mit Migrationserfahrungen – seine Familie hatte im Zweiten Weltkrieg aus Ostpreußen fliehen müssen. Während in seiner Kindheit der Pausenhof seiner Schule noch durch eine Linie in je einen Bereich für die katholischen und einen für die evangelischen Schüler getrennt war, sei so eine Unterscheidung heute nicht mehr denkbar.

Den anwesenden Flüchtlingen zollte er für ihr Interesse am Thema großen Respekt: „Es gibt Kraft in euch und das sehe ich.“ Er bat sie, die in Aachen gemachten Erfahrungen weiterzugeben, wenn sie – wie angekündigt – ab Wochenbeginn in ihre endgültigen Wohnorte in Deutschland verteilt werden. „Traut euch, auf andere zuzugehen.“ Ein ermutigendes Wort, gefolgt von einem demonstrativer Schulterschluss von Flüchtlingen und Helfern beim abschließenden Gruppenfoto.

Fotos: Marc Heckert

Fotos: Marc Heckert

Grußwort

Tillmanns_kleinLiebe Besucherinnen und Besucher,
liebe Helferinnen und Helfer,

das Jahr 2015 war sicherlich eine Zäsur für unser Land und auch unseren Stadtbezirk. Viele Menschen unterschiedlichster Nationalitäten sind geflüchtet aus ihren Heimatländern vor Gewalt, Krieg, Terror und wirtschaftlicher Not.

Auch unser Stadtbezirk war und ist aufgerufen, Menschen aufzunehmen, Mitmenschlichkeit zu zeigen und sich einfach zu kümmern. Und genau das ist die starke Seite unseres Stadtbezirks: Hunderte von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sind dabei, organisieren vielfältige Dinge, von der Essensausgabe über den Deutschunterricht, ärztliche Betreuung bis zum Freizeitangebot. Ich glaube, wir können stolz sein auf das, was bisher geleistet wurde, gleichzeitig ist es aber dringend erforderlich, dass das Engagement anhält, weitere Menschen werden kommen.

Mir ist es daher am Ende dieses Jahres ein tiefes Bedürfnis, allen Helferinnen und Helfern zu danken. Ich ziehe den Hut vor unglaublich viel Engagement, gelebter Mitmenschlichkeit und nicht immer selbstverständlicher Neugier auf den „anderen“. Gleichzeitig bitte ich Sie aber auch, sich weiter einzusetzen, „am Ball zu bleiben“, auch wenn vielleicht bei dem ein- oder anderen die ersten Fragen auftauchen, ob sich ein Engagement lohnt. Ich glaube, der dankbare Blick der uns anvertrauten Menschen spricht Bände und ist Lohn vieler Arbeit – und manchmal auch Zweifel.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gutes neues Jahr, Kraft für Ihr ehrenamtliches Engagement und die Neugier auf den anderen.

Herzliche Grüße,

Peter Tillmanns
Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Aachen-Brand

Eine neue Pinnwand – herzlichen Dank!

Pinnwand  für Infos in der Sporthalle Rombachstraße, gespendet von der Tischlerei Korr GmbH, Aachen-Brand

Pinnwand für Infos in der Sporthalle Rombachstraße,
gespendet von der Tischlerei Korr GmbH, Aachen-Brand

Im Rahmen der ehrenamtlichen Betreuung der Flüchtlinge, die in der Erstaufnahmeeinrichtung an der Rombachstraße untergebracht sind, gibt es vielschichtige Betreuungsangebote für Jung und Alt, so stehen lernen, Sport und Spiel neben weiteren Aktivitäten auf dem Plan. Um all die Angebote zu bewerben, benötigten wir dringend eine große Pinnwand. Ein kurzes Gespräch mit Herrn Olav Korr befreite uns von der Sorge, indem er für uns diese Pinnwand als Unikat baute und kostenfrei zur Verfügung stellte.

Wir, der Ökumenische Lenkungskreis Flüchtlinge Brand – Forst, bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Korr und seinen Mitarbeitern für die großzügige Unterstützung unserer Arbeit.

Horst Schilberz

Neue Nachbarn in Brand

Am 15. November fand wie jedes Jahr die Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Ehrenmal statt. Vertreter der Bezirksvertretung, Vereine, Kirchengemeinden und Bevölkerung gedachten mit Worten, Musik, Gebet und Blumen der Toten der beiden Weltkriege. Es ist im besten Sinne des Wortes jedes Jahr dasselbe, und doch war dieses Jahr etwas anders. Unter den Gästen waren 15 junge Syrer, notuntergebracht in der Turnhalle Rombachstraße. Aufmerksam verfolgten sie das Geschehen, auch wenn sie sicher kein Wort verstanden haben. Bewusst oder unbewusst entstand so eine Brücke zwischen den Kriegsopfern vergangener Jahrzehnte und den Kriegsopfern heute.

Keiner von uns weiß so genau, auf welchen Wegen die jungen Männer zu uns gekommen sind, noch was hinter ihnen liegt. Noch weniger wissen wir, welcher Kommune sie kurz darauf ‚zugewiesen‘ werden, was sie erwartet, und was eigentlich das Schicksal ihrer Schwestern sein wird, die sich – kulturbedingt – in den seltensten Fällen auf den Weg machen. Die jungen Männer stehen für zahlreiche Menschen aus Syrien und anderen Kriegs-, Krisen- und Elendsgebieten, die in den letzten Monaten Zuflucht in Deutschland gesucht haben. Die Not der Welt fällt uns in diesen Tagen buchstäblich auf die Füße und rückt vom Fernseher in unsere unmittelbare Nachbarschaft.

Dabei hatten wir Brander im Vergleich zu vielen anderen Gemeinden noch das Glück, uns auf die neue Situation vorbereiten zu können. Bereits im Februar entstand übergreifend für Brand und Forst und ausgehend von den jeweiligen Kirchengemeinden der Ökumenische Lenkungskreis Flüchtlinge ÖLF.

Als dann ab Anfang September insgesamt 200 Schutzsuchende in der Körner-Kaserne Forst eintrafen waren wichtige Kontakte bereits geknüpft, Erfahrungen anderer Stadtteile zusammengetragen und erste Überlegungen angestellt. Unter der ehrenamtlichen Leitung von Richard Schmitt und mit der Hilfe ungezählter Hände aus Brand und Forst konnten die Menschen versorgt und betreut werden. Innerhalb kürzester Zeit waren über die Erst- und Essensversorgung hinaus eine gut sortierte Kleiderkammer und ein Kindergarten entstanden, die medizinische Versorgung organisiert, Sprachkurse und Freizeitangebote angelaufen. Wo immer möglich brachten sich die Flüchtlinge selber ein. Es war eine intensive Zeit für alle Beteiligten, die am 5. November mit einem großen Abschiedsfest endete, bevor es am Folgetag in Bussen zur Registrierung und weiteren Zuweisung nach Niederaußem ging.

In Brand ging es etwas später los. Nachdem bereits Mitte September die Einfachturnhalle an der Rombachstraße für den Sport gesperrt und mit Matratzen ausgestattet worden war, kamen schließlich in der Nacht zum 19. Oktober die ersten 38 Flüchtlinge – meist Familien – an, weitere folgten in den allernächsten Tagen. Doch der Bedarf – so zeigte sich bald – ist viel größer. Die Dreifachturnhalle wurde ebenfalls als Notunterkunft ausgerüstet – Gesamtschule und Sportvereine tragen diese schmerzliche Einschränkung mit großer Solidarität. Bald war mit Klaus Assent auch für Brand ein Ehrenamtler gefunden, der nicht nur im Dauereinsatz die Gesamtkoordination stemmt, sondern zugleich noch immer für jeden das richtige Wort parat hat.

Und auch in Brand sind vom ersten Tag an viele Helferinnen und Helfer im Einsatz und bleiben auch nach der offiziellen Verantwortungsübernahme durch das DRK unverzichtbar. Die vom ÖLF ins Netz gestellten Listen für die Essensausgabe füllen sich schneller als man gucken kann, und bald werden auch hier erste Sprachkurse angeboten, mit Kindern Martinslaternen gebastelt, Sport, Ausflüge und Freizeitaktivitäten organisiert und alles getan, um den Menschen das Leben in unserer Region näher zu bringen.

Ein besonderer Höhepunkt soll am 27. Dezember, dem Fest der Heiligen Familie, eine weihnachtliche Feier für Flüchtlinge, Nachbarn und Helfer im Pfarrzentrum St. Donatus sein. Wer dann in der Turnhalle leben wird, wissen wir heute noch nicht, denn bereits Mitte November heißt es für einen Großteil der Erstankommenden ‚Registrierung in Niederaußem‘. Was im Grundsatz zweifellos notwendig ist, erschließt sich in der konkreten Durchführung weder Herz noch Verstand. Alle müssen alles packen und mitnehmen – nicht wissend, wer am Abend zurück in die Unterkunft kommt oder vielleicht nach Eisenhüttenstadt, Chemnitz oder Flensburg geschickt wird. Viele Menschen, die nach langer Odyssee bei uns gelandet und froh sind, erste Vertrautheit mit ihrem Umfeld und den Menschen in ihrer Umgebung gewonnen zu haben, müssen wenig später anderswo erneut ganz von vorne anfangen.

In Brand wird der Tag der Registrierung genutzt, um die inzwischen mit Laminat ausgelegte Turnhalle zu reinigen und mit Etagenbetten für bis zu 320 Menschen auszustatten, die hier ein provisorisches Zuhause ohne jede Privatsphäre finden.

Zurzeit sind viele Fragen offen. Wie geht es hier vor Ort weiter? Wie wird die Zukunft dieser Menschen aussehen? Wie die Zukunft ihrer Heimat? Viel mehr als uns quält diese Ungewissheit die Menschen, die hier Zuflucht suchen. Wir wollen uns mit Zeichen tätiger Solidarität auf sie einlassen und ihnen helfen, wieder Vertrauen in das Leben zu fassen. Wir wollen ein Gegenmodell sein zu denen, die Fremdenhass und Ängste schüren oder einfach selbstverständlich davon ausgehen, dass die große Schere zwischen Arm und Reich zu unseren Gunsten immer so bleiben muss.

Rita Breuer (für den ÖLF)

Borussia Brand geht mit gutem Beispiel voran

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In den letzten Monaten beherrschte ein großes Thema die Nachrichten: Durch Krieg und Vertreibung flüchten viele Menschen und Familien in unser Land. Auch in Brand sind Flüchtlinge angekommen.

Durch die Unterbringung in der Sporthalle der Gesamtschule fallen auch für Borussia Brand Trainingszeiten für Fußball, Handball, Tischtennis etc. aus. Es ist für unseren Verein eine Selbstverständlichkeit, hier zu helfen. Es gibt eben wichtigere Dinge als Sport.

Borussia Brand geht aber weiter. Sport verbindet! Somit haben wir Hilfe für Kinder und Jugendliche angeboten.

Unsere Jugendfußballabteilungen der E-Jugend und Bambinis öffnen für gleichaltrige Flüchtlingskinder die Trainingsaktivitäten.

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Die ersten gemeinsamen Trainingseinheiten sind mittlerweile erfolgt und die Erfahrungen durchweg positiv. Die Verständigung ist kein Problem. Wir finden in unseren Mannschaften viele Nationalitäten und Religionen. So helfen schnell arabisch sprechende Eltern bei der Erläuterung von Übungen und Spielen. Die Berührungsängste sind in kurzer Zeit erloschen. Freudig toben und laufen unsere Gäste mit der Mannschaft von Borussia Brand.

Fußball verbindet. Gibt es etwas Schöneres als glückliche Kinderaugen und lautes Kinderlachen? Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Trainingseinheiten.

Marco Bund
Bambinitrainer von Borussia Brand

Info-Abend zu jungen Flüchtlingen

Das Büro für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement der Stadt Aachen bietet in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Aachen am Mittwoch, 2. Dezember, 19 Uhr, eine Info-Veranstaltung zum Thema ehrenamtliches Engagement für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an.

Aktuell leben in Aachen zahlreiche unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Aber man weiss so wenig über sie. Wo kommen sie her, warum sind sie alleine, wer betreut und kümmert sich um sie? Über diese und andere wichtige Fragen wird informiert, es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie man sich in Aachen für junge Flüchtlinge zu engagieren kann. Als Vortrags- und Diskussionspartner werden Juliana Hoppe, Cafe Zuflucht, und Brigitte Drews vom städtischen Fachbereich Kinder, Jugend und Schule sowie Dr. Klaus Brülls, ehrenamtlicher Vormund und Hans-Joachim Geupel, Bürgerstiftung, zur Verfügung stehen.

Mittwoch, 2. Dezember, 19 Uhr, VHS Aachen, Peterstraße 21 – 25, Forum, Raum 241

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Polizei informiert über Flüchtlingssituation

„Migrationslage in der Euregio – Erfahrungen aus der Arbeit der Bundespolizeiinspektion Aachen“: So heißt ein Vortrag über die Situation der Flüchtlinge in der Region Aachen unter besonderer Berücksichtigung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge. Er informiert über Flucht und Fluchtursachen, weltweite Migration und Migrationsrouten, illegale Migration, Aufenthalt und Asyl. Referent ist Knut Paul, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Aachen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Termin: Mittwoch, 2. Dezember 2015, um 18 Uhr, im Haus der Evangelischen Kirche, Frère-Roger-Str. 8-10, 52062 Aachen. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Neue DRK Leitung in der Rombachstraße

Das DRK hat heute die neue Leitung in der Rombachstraße installiert. Ralf Freyaldenhoven und ich haben Frau Pütman heute morgen während der Frühstücksausgabe kennengelernt und einen sehr positiven ersten Eindruck gewonnen.

Ich habe mit Frau Pütmann für kommenden Dienstagmorgen ein ausführlicheres Gespräch vereinbart. Schwerpunkt ist hierbei die Sicherstellung einer kooperativen Zusammenarbeit sowie die Transparenz der Aktivitäten und Aufgaben.

Erfreulicherweise hat das DRK unser Engagement über den „grünen Klee“ gelobt.
Unsere Helferarbeit bei der Essensausgabe, die Betreuungsangebote und die ärztliche Sprechstunde hält das DRK für unverzichtbar.

Für den ÖLF

Klaus Assent