Archiv der Kategorie: Brand

Sternsinger aus dem Morgenland

Anfang Januar 2016 besuchten einige EhrenamtlerInnen die Unterkunft, um herauszufinden, ob einige der Kinder Lust hätten, bei den Sternsingern mitzugehen. Im Laufe des Nachmittags wurden zahlreiche Kronen gebastelt und gegen 17 Uhr kamen einige Gruppenleiter der Sternsinger in die Unterkunft, um die Migrationskinder in ihre Gruppen aufzunehmen. Zeitgleich fand die Gewänderanprobe statt. Und wie wir es von den eigenen Kindern schon kennen, so ging es auch bei den syrischen Kindern darum, das schönste Gewand zu ergattern. Da aber alle GruppenleiterInnen die Nerven behielten, waren am Ende rund 20 Kinder auf die Gruppen verteilt. Am Sonntag holten wir die Kinder und einige Erwachsene um 9 Uhr zum Aussendungsgottesdienst ab.

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Zu Fuß ging es dann Richtung St. Donatus, wo sich die größtenteils muslimischen Kinder unter die rund 220 anderen Könige mischten.

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Am Ende des Gottesdienstes sprach eine syrische Mutter noch ein bewegendes Dankeswort an die gesamte Gemeinde. Während es für die einen Migrationskinder gar kein Problem war, mit einer fremden Gruppe von Haus zu Haus zu ziehen, war es für andere doch alles sehr neu, so dass manche Kinder doch früher wieder in die Unterkunft zurück wollten.

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Aber alle haben sich sehr über die Sternsingerbändchen gefreut, die sie am Ende der Aktion geschenkt bekamen.

Status Rombachstraße 4.1.2016

Zunächst – auch an dieser Stelle – ein gutes und frohes neues Jahr!

Neben einer Reihe von tollen Einzelaktionen, die zum Teil auf der homepage veröffentlich sind, waren im Dezember zwei Veranstaltungen für die Flüchtlinge von besonderer Bedeutung:

Am 20. Dezember das Trompetenkonzert unter Leitung von Frau Prof. Freeman in der Halle Rombachstraße sowie am 27.12. ein Fest für die Flüchtlinge im Pfarrzentrum St. Donatus. Beide Veranstaltungen fanden in einer ebenso gelösten wie stimmungsvollen Atmosphäre statt.

Die Bewohner der beiden Hallen befinden sich jetzt seit etwa 3 Monaten in der Notunterkunft, mit einer kommunalen Zuweisung ist täglich zu rechnen.

Nach der Zuweisung sollen beide Hallen komplett gereinigt und für die zu erwartenden Neu-Ankömmlinge vorbereitet werden. Wann die Neu-Belegung dann stattfindet, ist derzeit nicht zu terminieren.

Sobald uns verlässliche Informationen hierzu vorliegen, werden wir entsprechend informieren.

Grußwort

Tillmanns_kleinLiebe Besucherinnen und Besucher,
liebe Helferinnen und Helfer,

das Jahr 2015 war sicherlich eine Zäsur für unser Land und auch unseren Stadtbezirk. Viele Menschen unterschiedlichster Nationalitäten sind geflüchtet aus ihren Heimatländern vor Gewalt, Krieg, Terror und wirtschaftlicher Not.

Auch unser Stadtbezirk war und ist aufgerufen, Menschen aufzunehmen, Mitmenschlichkeit zu zeigen und sich einfach zu kümmern. Und genau das ist die starke Seite unseres Stadtbezirks: Hunderte von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sind dabei, organisieren vielfältige Dinge, von der Essensausgabe über den Deutschunterricht, ärztliche Betreuung bis zum Freizeitangebot. Ich glaube, wir können stolz sein auf das, was bisher geleistet wurde, gleichzeitig ist es aber dringend erforderlich, dass das Engagement anhält, weitere Menschen werden kommen.

Mir ist es daher am Ende dieses Jahres ein tiefes Bedürfnis, allen Helferinnen und Helfern zu danken. Ich ziehe den Hut vor unglaublich viel Engagement, gelebter Mitmenschlichkeit und nicht immer selbstverständlicher Neugier auf den „anderen“. Gleichzeitig bitte ich Sie aber auch, sich weiter einzusetzen, „am Ball zu bleiben“, auch wenn vielleicht bei dem ein- oder anderen die ersten Fragen auftauchen, ob sich ein Engagement lohnt. Ich glaube, der dankbare Blick der uns anvertrauten Menschen spricht Bände und ist Lohn vieler Arbeit – und manchmal auch Zweifel.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gutes neues Jahr, Kraft für Ihr ehrenamtliches Engagement und die Neugier auf den anderen.

Herzliche Grüße,

Peter Tillmanns
Bezirksbürgermeister des Stadtbezirks Aachen-Brand

Weihnachtliches Beisammensein im Pfarrzentrum

Alle Bewohner der Rombachstraße waren eingeladen ins Pfarrzentrum von St. Donatus. Bis auf etwa zehn kranke Leute folgten alle dieser Einladung. Wir machten uns pünktlich um 14 Uhr gemeinsam auf den Weg.

Im Pfarrzentrum wurden wir herzlich empfangen. Die Tische waren bereits festlich dekoriert und mit Obst und Obstspießen, Baklava, Süßigkeiten und Plätzchen sowie Printen angerichtet.

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DANKE den Spendern des Obstes und des Gebäckes an dieser Stelle!!! Nach einer dreisprachigen Einführung durch Katharina von Gallwitz (deutsch und englisch) und dem Übersetzer Hamid (arabisch) wurden Waffeln gebacken, Getränke gereicht und das Programm mit dem Akkordeonspieler Karl Mertens eröffnet. Wir sangen gemeinsam Weihnachtslieder.

Danach traten sieben Bewohner der Rombachstrasse unter der Leitung von Hamid ans Mikrophon und sangen das vorher eingeübte Stück: „Klingglöckchen klingelingeling“ sowie „Oh Tannenbaum“ und ein arabisches Stück.

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Einige Leute gingen in die benachbarte Kirche und sangen dort gemeinsam zu den Klängen der hiesigen Orgel. Sabine Drewanz trug mit einigen Leuten aus der Unterkunft in der Rombachstraße ebenfalls Weihnachtslieder vor. Anschließend boten die drei Gitarrenspieler Willi, Achim und Astrid ein buntes musikalisches Potpourri bestehend aus englisch- und deutschsprachigen Stücken. Dabei wurden sie spontan tatkräftig aus dem Publikum unterstützt.

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Und irgendwann hielt es das Publikum einfach nicht mehr auf den Stühlen. Erst wurde geklatscht. Dann wurde getanzt. Es wurde arabische Musik gespielt. Es wurde noch mehr getanzt. Die Kinder, die in verschiedenen Räumen geschminkt wurden und sich mit Kickern und anderen Spielen vergnügten, stießen nach und nach wieder zu den anderen dazu.

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Ausgelassen wirbelten Kinder und Erwachsene verschiedenster Nationalitäten über das Parkett.

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Da die Bewohner der Rombachstrasse gegen 18 Uhr zum Essen zurückerwartet wurden, räumten wir noch gemeinsam miteinander auf und machten uns voller neuer Eindrücke zurück auf den Weg in die Einrichtung.

Ein ganz, ganz herzliches DANKESCHÖN an die vielen Helfer der Pfarre St. Donatus, die uns einen wunderschönen Nachmittag außerhalb der Einrichtung beschert haben!

Fußball verbindet

Es ist Heiligabend und der Nachmittag neigt sich dem Ende entgegen. Plötzlich steht ein junger Mann vor uns. Er bietet an, mit jungen Männern Fußball zu spielen. Den Ball hat er gleich mitgebracht.

Wir rufen einmal laut in die Unterkunft „Football – Soccer!“ und schnell ist ein junger Übersetzer gefunden, der zusichert, in zehn Minuten seine Freunde mit Schuhen und Jacken bewaffnet zu uns zu bringen. Währenddessen versucht der diensthabende Übersetzer des DRK (Danke Hamid!) sein Glück bei den jungen Männern der Unterkunft.

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Nach einem uns nicht ersichtlichen Schneeballsystem ist nach 15 Minuten der Fußballplatz voll.
Nach kurzer Ballakrobatik beginnt ein dynamisches Spiel, unabhängig von Alter und Nation, bei dem man gerne zuschaut. Da machen ein paar Regentropfen gar nichts aus!

Eine gute Idee des jungen Mannes, die das Wiederholen lohnt! Manchmal braucht es nur einen Ball und eine spontane Idee. Danke, Max!

Froh zu sein bedarf es wenig

Es ist der 24. Dezember 2015. Die Sonne scheint; es ist warm für diese Jahreszeit. In der Unterkunft in der Rombachstraße ist es ruhig.

Die Kinder sind aber sofort neugierig, als wir die Halle betreten und versammeln sich in einem Kreis um uns herum. Sie fragen uns nach den sehr begehrten Inlineskatern, die wir seit mehreren Wochen über Spendenaufrufe im Bekannten,-Freundes-und Kollegenkreis sowie über Ebay-Kleinanzeigen gesammelt haben.

Leider war es uns nicht möglich, alle Größen zu ergattern, aber wir konnten fast alle Kinder zufriedenstellen und die leer ausgegangenen waren nach kurzen Verhandlungen in der Lage, die Inlineskater der anderen Kinder anzuziehen. Nur kurz, versteht sich!

So waren ausnahmslos alle Kinder froh, als es endlich losging. Wir drehten auf dem Außengelände der Einrichtung unsere Runden und nach Anlegen der erforderlichen Protektoren wagten sich etliche der Skateranfänger an kleine Experimente.

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Eltern kamen dazu und es ergab sich die eine oder andere lustige Begebenheit. Die ausgelassene Stimmung machte auch vor kleineren Stürzen, falsch angelegten Inlineskatern oder Protektoren sowie zum Ende hin einigen Tropfen Regen  nicht halt. Unterstützung erhielten wir von einigen Dreiradfahrern, die ausgelassen zwischen den Skatern herumfuhren.

Alles in allem ein sehr gelungener Nachmittag, der mit dem Versprechen endete, solch eine Aktion recht bald zu wiederholen.

Ein ganz herzliches Dankeschön an alle Spender!!!!

Eine neue Pinnwand – herzlichen Dank!

Pinnwand  für Infos in der Sporthalle Rombachstraße, gespendet von der Tischlerei Korr GmbH, Aachen-Brand

Pinnwand für Infos in der Sporthalle Rombachstraße,
gespendet von der Tischlerei Korr GmbH, Aachen-Brand

Im Rahmen der ehrenamtlichen Betreuung der Flüchtlinge, die in der Erstaufnahmeeinrichtung an der Rombachstraße untergebracht sind, gibt es vielschichtige Betreuungsangebote für Jung und Alt, so stehen lernen, Sport und Spiel neben weiteren Aktivitäten auf dem Plan. Um all die Angebote zu bewerben, benötigten wir dringend eine große Pinnwand. Ein kurzes Gespräch mit Herrn Olav Korr befreite uns von der Sorge, indem er für uns diese Pinnwand als Unikat baute und kostenfrei zur Verfügung stellte.

Wir, der Ökumenische Lenkungskreis Flüchtlinge Brand – Forst, bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Korr und seinen Mitarbeitern für die großzügige Unterstützung unserer Arbeit.

Horst Schilberz

Orientalischer Basar in der Rombachstraße

Es war etwas Vorarbeit nötig: „Ursula“  musste organisiert werden, eine Liste über unsere Bewohner in der Rombachstraße und deren Bedarf erstellt werden und dann konnten wir endlich los. Wir machten uns auf den Weg, um alle unsere Bewohner bedarfsgerecht mit den noch fehlenden Utensilien wie Kinderspielzeug einzudecken.

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Bei „Islamic Relief“ wurden wir sehr freundlich empfangen und erhielten sogar spontan Dinge wie Handschuhe und Koffer, an die wir beim Erstellen unserer Liste nicht gedacht hatten. Es kam soviel  für unsere derzeit 145 Bewohner zusammen, dass das große Auto bis unter das Dach vollgepackt war.

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Mit großer Begeisterung wurden wir in der Unterkunft empfangen. Auf dem „orientalischen Basar“ ging es sofort hoch her. Im Nu war jeder der Bewohner eingedeckt und es ging ein vorweihnachtliches Strahlen durch die Unterkunft. Danke an IslamicRelief! Ihr leistet großartige Arbeit!

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Leider konntet Ihr die vielen „Shoukran!“ – „Danke!“ – „Thank you!“ – „Merci!“ nicht hören und vom vorweihnachtlichen Strahlen können wir Euch nur berichten.

Adventkonzert und Friedenslicht

Der vergangene Sonntag brachte etwas Abwechslung für die Flüchtlinge in den Turnhallen der Gesamtschule. Professor Anna Freeman und 11 Studentinnen und Studenten der Musikhochschule Köln, Abteilung Aachen, kamen am Nachmittag, um ein Konzert zu geben. Rund 120 Kinder und Erwachsene hatten sich versammelt. Frau Professor Anna Freeman erklärte zunächst die Instrumente, dann spielte man einige klassische Stücke aus der europäischen Musik. Das Ensemble fand aufmerksame Zuhörer, die sich mit einem begeisterten Applaus bedankten.

In der Pause brachten 14 Flüchtlinge zusammen mit ein paar Ehrenamtlern das Friedenslicht aus Bethlehem. Sie hatten sich mit etwa 200 Pfadfindern aus der Diozöse Aachen auf den Weg nach Heilig Geist gemacht und dort während der Aussendungsfeier das Licht entgegen genommen. Eine Mitarbeiterin vom DRK übersetzte ein Friedensgebet ins Arabische.

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Anschließend gab es Printen und Dominosteine, die von der Firma Lambertz gestiftet worden waren. Nach der Konzertstunde kamen die Musiker nach St. Donatus, um dort in der Abendmesse zu spielen und das Friedenslicht in Empfang zu nehmen. Der kleine Lukas trug es sichtlich stolz in die Kirche, wo es auf das „Ewige Licht“ übertragen wurde und uns so erhalten bleibt.

Pastor Freyaldenhoven dankte den Musikern und Frau Professor Freeman. Sie hatten einen langen und anstrengenden Tag hinter sich, da sie schon am Elisenbrunnen die Anti-Pegida-Demonstration unterstützt hatten.

PRF

Neue Nachbarn in Brand

Am 15. November fand wie jedes Jahr die Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Ehrenmal statt. Vertreter der Bezirksvertretung, Vereine, Kirchengemeinden und Bevölkerung gedachten mit Worten, Musik, Gebet und Blumen der Toten der beiden Weltkriege. Es ist im besten Sinne des Wortes jedes Jahr dasselbe, und doch war dieses Jahr etwas anders. Unter den Gästen waren 15 junge Syrer, notuntergebracht in der Turnhalle Rombachstraße. Aufmerksam verfolgten sie das Geschehen, auch wenn sie sicher kein Wort verstanden haben. Bewusst oder unbewusst entstand so eine Brücke zwischen den Kriegsopfern vergangener Jahrzehnte und den Kriegsopfern heute.

Keiner von uns weiß so genau, auf welchen Wegen die jungen Männer zu uns gekommen sind, noch was hinter ihnen liegt. Noch weniger wissen wir, welcher Kommune sie kurz darauf ‚zugewiesen‘ werden, was sie erwartet, und was eigentlich das Schicksal ihrer Schwestern sein wird, die sich – kulturbedingt – in den seltensten Fällen auf den Weg machen. Die jungen Männer stehen für zahlreiche Menschen aus Syrien und anderen Kriegs-, Krisen- und Elendsgebieten, die in den letzten Monaten Zuflucht in Deutschland gesucht haben. Die Not der Welt fällt uns in diesen Tagen buchstäblich auf die Füße und rückt vom Fernseher in unsere unmittelbare Nachbarschaft.

Dabei hatten wir Brander im Vergleich zu vielen anderen Gemeinden noch das Glück, uns auf die neue Situation vorbereiten zu können. Bereits im Februar entstand übergreifend für Brand und Forst und ausgehend von den jeweiligen Kirchengemeinden der Ökumenische Lenkungskreis Flüchtlinge ÖLF.

Als dann ab Anfang September insgesamt 200 Schutzsuchende in der Körner-Kaserne Forst eintrafen waren wichtige Kontakte bereits geknüpft, Erfahrungen anderer Stadtteile zusammengetragen und erste Überlegungen angestellt. Unter der ehrenamtlichen Leitung von Richard Schmitt und mit der Hilfe ungezählter Hände aus Brand und Forst konnten die Menschen versorgt und betreut werden. Innerhalb kürzester Zeit waren über die Erst- und Essensversorgung hinaus eine gut sortierte Kleiderkammer und ein Kindergarten entstanden, die medizinische Versorgung organisiert, Sprachkurse und Freizeitangebote angelaufen. Wo immer möglich brachten sich die Flüchtlinge selber ein. Es war eine intensive Zeit für alle Beteiligten, die am 5. November mit einem großen Abschiedsfest endete, bevor es am Folgetag in Bussen zur Registrierung und weiteren Zuweisung nach Niederaußem ging.

In Brand ging es etwas später los. Nachdem bereits Mitte September die Einfachturnhalle an der Rombachstraße für den Sport gesperrt und mit Matratzen ausgestattet worden war, kamen schließlich in der Nacht zum 19. Oktober die ersten 38 Flüchtlinge – meist Familien – an, weitere folgten in den allernächsten Tagen. Doch der Bedarf – so zeigte sich bald – ist viel größer. Die Dreifachturnhalle wurde ebenfalls als Notunterkunft ausgerüstet – Gesamtschule und Sportvereine tragen diese schmerzliche Einschränkung mit großer Solidarität. Bald war mit Klaus Assent auch für Brand ein Ehrenamtler gefunden, der nicht nur im Dauereinsatz die Gesamtkoordination stemmt, sondern zugleich noch immer für jeden das richtige Wort parat hat.

Und auch in Brand sind vom ersten Tag an viele Helferinnen und Helfer im Einsatz und bleiben auch nach der offiziellen Verantwortungsübernahme durch das DRK unverzichtbar. Die vom ÖLF ins Netz gestellten Listen für die Essensausgabe füllen sich schneller als man gucken kann, und bald werden auch hier erste Sprachkurse angeboten, mit Kindern Martinslaternen gebastelt, Sport, Ausflüge und Freizeitaktivitäten organisiert und alles getan, um den Menschen das Leben in unserer Region näher zu bringen.

Ein besonderer Höhepunkt soll am 27. Dezember, dem Fest der Heiligen Familie, eine weihnachtliche Feier für Flüchtlinge, Nachbarn und Helfer im Pfarrzentrum St. Donatus sein. Wer dann in der Turnhalle leben wird, wissen wir heute noch nicht, denn bereits Mitte November heißt es für einen Großteil der Erstankommenden ‚Registrierung in Niederaußem‘. Was im Grundsatz zweifellos notwendig ist, erschließt sich in der konkreten Durchführung weder Herz noch Verstand. Alle müssen alles packen und mitnehmen – nicht wissend, wer am Abend zurück in die Unterkunft kommt oder vielleicht nach Eisenhüttenstadt, Chemnitz oder Flensburg geschickt wird. Viele Menschen, die nach langer Odyssee bei uns gelandet und froh sind, erste Vertrautheit mit ihrem Umfeld und den Menschen in ihrer Umgebung gewonnen zu haben, müssen wenig später anderswo erneut ganz von vorne anfangen.

In Brand wird der Tag der Registrierung genutzt, um die inzwischen mit Laminat ausgelegte Turnhalle zu reinigen und mit Etagenbetten für bis zu 320 Menschen auszustatten, die hier ein provisorisches Zuhause ohne jede Privatsphäre finden.

Zurzeit sind viele Fragen offen. Wie geht es hier vor Ort weiter? Wie wird die Zukunft dieser Menschen aussehen? Wie die Zukunft ihrer Heimat? Viel mehr als uns quält diese Ungewissheit die Menschen, die hier Zuflucht suchen. Wir wollen uns mit Zeichen tätiger Solidarität auf sie einlassen und ihnen helfen, wieder Vertrauen in das Leben zu fassen. Wir wollen ein Gegenmodell sein zu denen, die Fremdenhass und Ängste schüren oder einfach selbstverständlich davon ausgehen, dass die große Schere zwischen Arm und Reich zu unseren Gunsten immer so bleiben muss.

Rita Breuer (für den ÖLF)

Borussia Brand geht mit gutem Beispiel voran

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In den letzten Monaten beherrschte ein großes Thema die Nachrichten: Durch Krieg und Vertreibung flüchten viele Menschen und Familien in unser Land. Auch in Brand sind Flüchtlinge angekommen.

Durch die Unterbringung in der Sporthalle der Gesamtschule fallen auch für Borussia Brand Trainingszeiten für Fußball, Handball, Tischtennis etc. aus. Es ist für unseren Verein eine Selbstverständlichkeit, hier zu helfen. Es gibt eben wichtigere Dinge als Sport.

Borussia Brand geht aber weiter. Sport verbindet! Somit haben wir Hilfe für Kinder und Jugendliche angeboten.

Unsere Jugendfußballabteilungen der E-Jugend und Bambinis öffnen für gleichaltrige Flüchtlingskinder die Trainingsaktivitäten.

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Die ersten gemeinsamen Trainingseinheiten sind mittlerweile erfolgt und die Erfahrungen durchweg positiv. Die Verständigung ist kein Problem. Wir finden in unseren Mannschaften viele Nationalitäten und Religionen. So helfen schnell arabisch sprechende Eltern bei der Erläuterung von Übungen und Spielen. Die Berührungsängste sind in kurzer Zeit erloschen. Freudig toben und laufen unsere Gäste mit der Mannschaft von Borussia Brand.

Fußball verbindet. Gibt es etwas Schöneres als glückliche Kinderaugen und lautes Kinderlachen? Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Trainingseinheiten.

Marco Bund
Bambinitrainer von Borussia Brand

Ein vorweihnachtlicher Ausflug

Eigentlich sollte es ein Ausflug zum Abenteuerspielplatz werden. Dann kam der freitägliche Regen und somit fielen unsere Pläne buchstäblich ins Wasser. Spontan wurde unter Zuhilfenahme der Stadt Monschau (DANKE dafür noch einmal!!!) und dem Mobilé in Brand („Ursula“ brachte uns sicher überall hin!) ein Ersatz gefunden: Mit zwei Familien fuhren wir zum Weihnachtsmarkt nach Monschau.

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Die eigentliche Attraktion für die Familien aus Syrien war die malerische, weihnachtlich geschmückte Stadt. Jedes Fenster lud zum Verweilen ein. Fotos vor der malerischen Kulisse wurden gemacht.

Beim Bummel über den Weihnachtsmarkt stießen wir auf großes Interesse an uns und wurden sehr freundlich aufgenommen. Die Kinder wurden von Besuchern mit Salzstangen bedient und ein Verkäufer von Nikolausmützen bewies Geduld und Ausdauer mit unseren  Wünschen und stellte sich nach der Anprobe gerne für ein Foto mit uns  zur Verfügung.

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Die Kinder kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und die Mütter waren begeistert und erzählten von ihrer Heimat, den Städten, den Bauten und der Natur. Immer wieder zogen sie Vergleiche und berichteten uns viel über bessere Zeiten in ihrem Land.

Monschau war für die syrischen Familien ein guter Einstieg, um ihre neue Heimat kennenzulernen und für uns ein Türöffner zum Austausch über Sitten und Gebräuche. Uns hat dieser Ausflug sehr bereichert; viele unserer bisherigen Vorstellungen von syrischem Leben haben wir revidiert und unser Wissen erweitert. Absolut empfehlenswert, dieser Austausch!

Dafür DANKE an unsere neuen Brander Mitbewohner!

Kaffeetrinken & Kennenlernen beim „Café international“

Kuchen und Kekse, Kaffee und Tee, Reden und Zuhören: Das „Café international“ wird alle zwei bis drei Monate angeboten und will Flüchtlinge und ihre Aachener Nachbarn zusammenbringen. So richtet es sich an beide: Menschen, die als Flüchtlinge nach Brand gekommen sind und die inzwischen als Nachbarn bei uns wohnen – und die „alteingesessenen“ wie auch zugezogenen Brandner. Auch Mitarbeitende und Bewohner der „Kinder- und Jugendhilfe Brand“ sind als Einladende und Eingeladene mit einbezogen, da in ihrer Einrichtung ebenfalls minderjährige unbegleitete Flüchtlinge leben.

Eine Gruppe Ehrenamtlicher hat die Idee zusammen mit Pfarrer Uwe Loeper in die Tat umgesetzt, um das Kennenlernen zu ermöglichen und persönliche Kontakte herzustellen. Aus den bisherigen Treffen haben sich mittlerweile Deutschlern-Gemeinschaften, Familienalltagsbegleitung und gemeinsame Freizeitaktivitäten entwickelt.                                      

Die Veranstaltung findet im Wechsel in der Martin-Luther-Kirche und der „Kinder- und Jugendhilfe Brand“ statt. Das nächste Mal am Sonntag, 20. Dezember, ab 15 Uhr in der Martin-Luther-Kirche, Hermann-Löns-Straße 31.

Wir freuen uns auf Sie!

Die Schuhkartonaktion

Nach dem Vorbild „Weihnachten im Schuhkarton“ haben zahlreiche Kinder der KiTa St. Monika zusammen mit ihren Eltern fleißig Schuhkartons gepackt. Sie wurden liebevoll befüllt mit Spielsachen, Malutensilien und (gaaanz wichtig!) Schokolade, anschließend wurden sie bunt verpackt. Diese Kartons sind im Rahmen einer „St. Martin Aktion“ am Mittwoch, 25. November, an Flüchtlingskinder der Unterkunft Rombachstraße verteilt worden. Wir haben im Jugend- und Bildungszentrum (JuB) einen Raum zur Verfügung gestellt bekommen. Dieser Raum wurde ein wenig der Jahreszeit entsprechend dekoriert, es wurden Kekse und Kakao bereitgestellt.

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Gemeinsam mit einer Dolmetscherin vom DRK wurden die Kinder mit ihren Müttern in der Rombachstraße abgeholt und wir haben einen gemütlichen Spaziergang zum JuB unternommen. Dort haben die Kinder die Kartons überreicht bekommen – beziehungsweise konnten sich diese selber aussuchen. Es war eine sehr harmonische Atmosphäre und ein wunderschönes, kunterbuntes Treiben. Das ein oder andere Tränchen ist leider auch geflossen – konnte aber mit einem weiteren Karton ganz schnell in ein Freudentränchen verwandelt werden!

Die Kinder und ihre Mütter hatten großen Spaß, da es eine willkommene Abwechslung vom teilweise doch sehr eintönigen Alltag war. Auch uns hat der Nachmittag große Freude bereitet.

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Es sind noch einige Kartons über. Diese werden nach und nach in anderen Einrichtungen verteilt. So verteilten wir am 9. Dezember einige Kartons in der Einrichtung Mariabrunnstraße. Auch dort wurden die Kartons unter großer Freude in Empfang genommen, genau wie die zurechtgestellten Kekse und Schokolade!

Für den Ökumensichen Lenkungskreis Flüchtlinge (ÖLF) Brand -Forst

Nicole Hick