So können Sie mitmachen

Unsere Arbeit verändert sich gerade. Nachdem die Flüchtlinge aus der Turnhalle Brand ausgezogen sind, engagieren sich unsere Helfer im Moment vor allem für die Bewohner des Übergangswohnheimes in der Körner-Kaserne in Forst. Dort entsteht auch eine neue Erstaufnahmeeinrichtung. Ein weiteres Übergangswohnheim wird derzeit in der Debyestraße zwischen Brand und Eilendorf eingerichtet. Die Menschen dort werden unsere Hilfe brauchen. Ein wichtiges neues Feld werden Patenschaften für die bereits in Brand lebenden Flüchtlingsfamilien, also Unterstützung beim Einleben in unsere Gesellschaft und unseren Alltag.

Wir freuen uns, wenn Du/Sie mitmachen, um unsere neuen Nachbarn in unseren Stadtteil zu integrieren! Es gibt viele Betätigungsfelder:

– Freizeitangebote,
– Sprachunterricht,
– gesellschaftliche Arbeit,
– Stadtteilerkundungen,
– Kinderbetreuung,
– Patenschaften,
– Wohnungssuche,
– Kleinstgarten,
– medizinische Betreuung,
– Unterstützung bei Rechtsfragen,
– und, und, und…

Auf unserem großen Helferfest am Samstag, 5. März (mehr Infos hier) wollen wir dazu weitere Informationen geben. Wer sich einbringen möchte, kann sich hier unser Integrationskonzept Flüchtlinge in Brand und Forst herunterladen, in dem sich viele Ansätze und Anregungen für unsere kommende Arbeit finden.

Wir sehen uns am Samstag!

Der Anfang einer Patenschaft

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Meist erfahren wir eher durch Zufall, dass in Brand neue Flüchtlinge eine Wohnung bekommen haben. Auf der einen Seite ist es natürlich gut, dass die Menschen aus den großen Unterkünften rauskommen und endlich wieder eine Privatsphäre haben. Auf der anderen Seite fehlt ihnen dann aber das soziale Umfeld und ohne ausreichende Sprachkenntnisse wird schnell die Einsamkeit zu einem großen Problem. Und so kann, wenn kein Werkzeug vorhanden ist, auch eine gelockerte Schraube an der Waschmaschinentür zu einem unüberwindbaren Hindernis werden. Man bräuchte hier einen Bekannten, dem die Technik vertaut ist.

Sobald aber der erste Kontakt zur Bevölkerung hergestellt ist, ist schnell jemand mit einem Schraubenzieher und zehn Minuten Geduld gefunden. Und im Nu läuft die Waschmaschine wieder.

Patenschaften sind oft nicht mit viel Aufwand verbunden. Wir freuen uns, wenn Sie etwas Zeit und Interesse mitbringen. Gerne helfen wir bei der Vermittlung für eventuelle spätere Patenschaften.

Für den ÖLF

G. Hermens

Fachabend der KatHO: Selbstermächtigung von Flüchtlingen

An dem Abend wird der Frage nachgegangen: Was erschwert die aktive Teilhabe von Geflüchteten? Wie kann ihre Partizipation und Selbstorganisation gestärkt werden?

Do. 07.04.2016 von 17:00 h bis 20:00 in der Katholischen Hochschule NRW, Robert-Schuman-Straße 25
Anmeldung unter: anke.schorn@bistum-aachen.de

Anmeldeschluss 31.03.2016

„hêvî“-Treffen

Für Kurzentschlossene hier ein Veranstaltungstipp: Im Café und Bar Zuhause findet am Montag, 15. Februar, die mittlerweile dritte „hêvî für Flüchtlinge“-Veranstaltung statt.

Bei diesem Treffen („hêvî“ heißt Hoffnung) geht es laut Ankündigung darum, neue Kulturen zu entdecken, Flüchtlinge kennenzulernen, beim Deutschlernen zu helfen und gemeinsam einen gemütlichen Abend zu verbringen. Der Bildungs- und Integrationsverein hêvî geht auf das Jahr 2009 zurück und wurde Anfang 2012 als eines von drei Aachener Projekten mit dem Prädikat „Familienfreundlich“ der Stadt Aachen ausgezeichnet.

Zitat von der Vereinshomepage (www.hevi-hoffnung.de):

Der Verein hêvî e.V. wurde von Studenten und Schülern zum Leben erweckt. hêvî setzt sich dafür ein, dass alle Kinder die gleichen Chancen zur freien Entfaltung innerhalb der Gesellschaft haben, unabhängig von ihrem sozialen oder kulturellen Hintergrund. hêvî unterstützt Kinder und Jugendliche in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung, und fördert die Integration.

Los geht es im „Zuhause“ in der Sandkaulstraße 109 ab 18 Uhr.

Infoveranstaltung über Syrien und Libanon

Youssef K. ist Mitglied der Asylgruppe Aachen von Amnesty International und in der Aachener Save-me-Kampagne aktiv (www.save-me-aachen.de). Erst kürzlich hat er bei einem Besuch seiner Familie, die im Libanon lebt, syrische Flüchtlinge getroffen und diese interviewt.

Kein Land hat im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl so viele syrische Flüchtlinge aufgenommen wie der Libanon. Viele von ihnen leben unter schwierigen Bedingungen. Davon wird Youssef Karaki am Freitag, dem 12. Februar 2016 im Rahmen der Wollsammelaktion „Stricken gegen die Kälte“, von 10.00 bis 17.00 Uhr in der City-Kirche gerne berichten. Es werden Fotos von seiner Reise gezeigt und Amnesty international informiert unter dem Titel „Warten auf Zukunft“ über die Situation von Flüchtlingen in Syriens Nachbarstaaten.

Danke, Aachen!

Es ist Mittwochmittag. Die Turnhallen in der Rombachstraße werden aufgeräumt und gereinigt. Sie wirken schon jetzt geisterhaft verlassen.

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Fast alle Bewohner haben in den letzten beiden Tagen die Einrichtung verlassen. Nur zwölf Menschen warten weiterhin in Brand auf ihre kommunalen Zuweisungen. Leider mussten sich viele liebgewonnene Freunde voneinander trennen. Auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und den Mitarbeitern des DRK fiel so mancher Abschied schwer. Es sind viele Bindungen entstanden. Telefonnummern und Mailadressen  wurden daher zahlreich ausgetauscht, um in Kontakt bleiben zu können.

Alle sind sehr gespannt darauf, wie es weitergeht. Keiner weiß genau, was vorgefunden wird in der nächsten „Heimat“, da die bisherigen Erfahrungen äußerst unterschiedlich sind. Sie reichen von der Unterbringung in beheizten Zelten über Wohncontainer bis hin zu klassischen Asylbewerberheimen oder kleinen Wohnungen, die sich eine Familie oder vier bis elf Leute teilen.

Allen gemeinsam ist, dass sie ab jetzt eigenverantwortlich agieren müssen: Einkaufen, Kochen, Putzen und vieles mehr werden die Flüchtenden ab jetzt selbstständig organisieren müssen. Alle, die gingen, bedankten sich sehr herzlich mit Handschlag, Umarmungen, Küsschen und sehr vielen guten Wünschen, die von Übersetzern an die Helfer weitergegeben wurden. Und mit dem „Klenkes“.

Rombachstr-05 Abschied

Alle Flüchtenden waren sich einig, dass die Betreuung in der Rombachstraße sehr umfangreich, liebevoll und herzlich war. Viele der Bewohner wären sehr gerne in Aachen geblieben, aber darauf hat leider niemand Einfluss. Die Flüchtenden müssen dorthin gehen, wohin sie zugewiesen werden. Getauscht werden kann nicht; bei diesem Versuch erlischt der Anspruch auf Asyl in Deutschland.

So fügten sich alle letztlich ihren Zuweisungen und waren froh, dass es nun nach der Unterbringung in der Erstaufnahmeeinrichtung weitergeht.

Es wurde zwei Tage lang Abschied genommen, gepackt, geweint, gelacht und gedankt. Sogar die Kinderspielzeuge, die zunächst wegen Platzmangel nicht mitgenommen werden sollten, fanden nach vielem Probieren und Diskutieren doch noch einen Platz und zauberten ein glückseliges Lächeln in so manches Kindergesicht.

Die Busse wurden in eisiger Kälte mit vielem Winken und Abschiedsrufen bei der Abfahrt begleitet.
Sie nehmen all unsere guten Wünsche für ihre Zukunft  mit!

Köln und die Folgen – wir sprechen miteinander

Kein Thema bewegt unsere Gesellschaft so sehr wie die Geschehnisse der Silvesternacht in Köln. So wenig auch derzeit noch über die genaue Identität der Täter bekannt ist, so sehr werden in der öffentlichen Diskussion die massenhaften sexuellen Übergriffe auf Frauen rund um Dom und Hauptbahnhof mit der Flüchtlingskrise in Zusammenhang gebracht. Grund genug, auch im Kreis der Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer in Brand und Forst über das Thema zu sprechen. Angeregt hatten die Diskussionsrunde in der Brander Martin-Luther-Kirche Gereon Hermens vom ÖLF und Dr. Jamal Sobeh, der als Diplom-Psychologe im Bethlehem-Gesundheitszentrum Stolberg tätig ist. Er dolmetschte zugleich zwischen den deutschen und arabischen Redebeiträgen.

Im Gespräch: (von links) Rami Akl vom Helferkreis Körner-Kaserne, Gemeindereferent Ralf Lehmkühler von St. Donatus, Samineh Safaieh-Meven aus Brand und Mitinitiator Dr. Jamal Sobeh.

Im Gespräch: (von links) Rami Akl vom Helferkreis Körner-Kaserne, Gemeindereferent Ralf Lehmkühler von St. Donatus, Samineh Safaieh-Meven aus Brand und Mitinitiator Dr. Jamal Sobeh.

Es war eine bunt gemischte Runde von Interessierten und Engagierten aus Deutschland, Syrien, Iran, Irak und Jordanien, von der Schülerin bis zum Pfarrer, von der Ärztin bis zu einem ehemaligen Philosophiestudenten der Universität von Damaskus. Mit Gemeindereferent Ralf Lehmkühler von St. Donatus war auch die katholische Kirchengemeinde vertreten. Informiert waren alle über die Geschehnisse von Köln, die auch unter den Flüchtlingen für heftige Diskussionen gesorgt hatten.

In der Ablehnung der Übergriffe herrschte Einigkeit: „Das sind nicht unsere Werte“, sagte ein Syrer. „Als Männer müssen wir Frauen schützen“, betonte ein Anderer. Keine Antwort konnte es naturgemäß geben auf die Frage, warum die Polizei die Taten nicht verhindern konnte – und die Täter noch nicht hart bestraft oder gar abgeschoben wurden.

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Gereon Hermens vom Ökumenischen Lenkungskreis Flüchtlinge legte dar, wie sich die Lage nach der Silvesternacht entwickelt hatten und welche Auswirkungen sie auf die deutsche Gesellschaft entfaltet hatten: von den derzeitigen immer neuen Forderungen in der Politik nach schärferen Gesetzen und mehr Polizisten bis zur gestiegenen öffentlichen Unterstützung für Parteien wie die AfD und die „Pegida“-Bewegung. „In Brand ist die Situation noch sehr positiv“, erläuterte er. „Das ist aber nicht überall in Deutschland so.“

Dass sich aber mittlerweile auch in Aachen Flüchtlingshelfer unter Erklärungs- oder sogar Rechtfertigungsdruck durch Freunde und Familienmitglieder sehen, schilderte Samineh Safaieh-Meven, Branderin mit iranischen Wurzeln. Sie habe zeitlebens sowohl orientalische Werte wie Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit ebenso gelebt wie deutsche Tugenden wie Pünktlichkeit und Ordnung – doch was sie zeitlebens als Bereicherung empfunden hatte, entwickele sich nun eher zu einem Problem.

Kein Zweifel: Köln war ein gravierendes Ereignis, das tiefe Spuren hinterlassen hat. Indes: „Ob unsere Tochter zum Judo geht oder in der Turnhalle Rombachstraße hilft – wir sind so besorgt und unbesorgt, wie wir vorher waren“, sagte eine Mutter.

Dass Grenzen zwischen Kulturen und Religionen überwunden werden können, beschrieb Gastgeber Pfarrer Uwe Loeper, selbst Deutscher mit Migrationserfahrungen – seine Familie hatte im Zweiten Weltkrieg aus Ostpreußen fliehen müssen. Während in seiner Kindheit der Pausenhof seiner Schule noch durch eine Linie in je einen Bereich für die katholischen und einen für die evangelischen Schüler getrennt war, sei so eine Unterscheidung heute nicht mehr denkbar.

Den anwesenden Flüchtlingen zollte er für ihr Interesse am Thema großen Respekt: „Es gibt Kraft in euch und das sehe ich.“ Er bat sie, die in Aachen gemachten Erfahrungen weiterzugeben, wenn sie – wie angekündigt – ab Wochenbeginn in ihre endgültigen Wohnorte in Deutschland verteilt werden. „Traut euch, auf andere zuzugehen.“ Ein ermutigendes Wort, gefolgt von einem demonstrativer Schulterschluss von Flüchtlingen und Helfern beim abschließenden Gruppenfoto.

Fotos: Marc Heckert

Fotos: Marc Heckert

Zuweisung der Flüchtlinge

Im Oktober 2015 zogen in die Turnhallen der Rombachstraße Flüchtlinge ein, die von ihrer Flucht gerade in Deutschland angekommen waren, weil in den normalen Landesaufnahmestellen kein Platz mehr war. Ziel war, die Zeit bis zur förmlichen Registrierung und Zuweisung zu den einzelnen Kommunen zu überbrücken.
In den letzten Tagen haben die Flüchtlinge nun endlich (nach über drei Monaten des Wartens) ihre Zuweisung erhalten. Sie werden am Dienstag, 19.01 und Mittwoch, 20.01 mit Bussen zu ihren neuen Kommunen gefahren (Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Meinerzhagen, Mönchengladbach, Puhlheim, Rhede, Schwelm, Willich, Wuppertal). Dort werden sie dann einzelnen Unterkünften zugewiesen, die Adressen sind bisher nicht bekannt. Einige wenige werden auch in Aachener Einrichtungen untergebracht, wo genau ist uns ebenfalls noch nicht bekannt.
Mit der Abreise endet für einige Tage das Leben in den beiden Turnhallen. Das DRK wird in der kommenden Woche die Räumlichkeiten aufräumen und neu herrichten.

Wir rechnen damit, dass anschließend neue Flüchtlingen zu uns kommen werden. Dann beginnt die Arbeit von Neuem.

Wir bedanken uns von tiefen Herzen bei den unzähligen HelferInnen für Ihr unermüdliches Engagement. Durch all die Aktivitäten sind wir in Brand wieder enger zusammengerückt. Diese neuen Kontakte und Freundschaften bleiben uns über den Tag hinaus erhalten und führt zu einem besseren Miteinander im Stadtteil. Dies wäre ohne die Flüchtlinge sicherlich so nicht erfolgt und daher können wir auf eine Art den Flüchtlingen dankbar dafür sein, dass sie bei uns waren.

In diesem Sinne sind wir gespannt darauf, was uns die Zukunft in Brand bringen wird.

Für den ÖLF
G. Hermens

Rückblick: Filmnachmittag mit den Flüchtlingskindern am Inda-Gymnasium

Es ist bereits ein paar Wochen her, aber die Schüler des Indagymnasiums erinnern sich gerne daran. Und sicher auch die Kinder und Jugendlichen aus der Rombachstraße, die mit nach Kornelimünster fahren durften.

Im Rahmen eines Filmabends am Inda-Gymnasium für junge Flüchtlinge besuchten 18 Kinder in Begleitung von zwei Müttern und Ehrenamtlerinnen der Flüchtlingsunterkunft in der Rombachstraße in Brand das Inda-Gymnasium. Pünktlich um 17 Uhr trafen sie zusammen an der Schule ein. Die Busfahrt war schon ein kleines Erlebnis. Nachdem die Kinder erst einmal die Jacken abgelegt und sich ein wenig umgeschaut hatten, stießen sie schnell auf das Buffet, das liebevoll von einigen SchülerInnen des Projektkurses „Globale Gerechtigkeit“ vorbereitet wurde. Besonders an der frisch zubereiteten, bunten Zuckerwatte und den Pizzen haben die Kinder sich erfreut. So sehr sogar, dass im Laufe des Abends noch Nachschub besorgt werden musste.

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Nachdem Hunger und Durst gestillt waren, konnte der Film endlich beginnen. Gab es zuerst noch ein wenig Gedränge darum, wer in der ersten Reihe sitzen dürfe, zog der Film sie doch recht schnell in seinen Bann. Mit deutschem Ton und englischem Untertitel waren wir zuerst nicht sicher, wie viel die Kinder tatsächlich verstehen würden. Der Film Ice Age enthält jedoch so viele alberne und lustige Momente, dass kein Sprachverständnis nötig war um die Kinder häufig zum Lachen zu bringen und mit dem Geschehen mitfiebern zu lassen.

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Nach dem Ende des Filmes gab es dann Zeit, um sich etwas auszutoben und es wurden den Kindern kleine Spiele wie „Plumpsack“ beigebracht. Nach einer erneuten Stärkung neigte sich die Zeit leider auch schon viel zu schnell dem Ende zu. Vor der Verabschiedung wurden noch viele Fotos gemacht, um diesen kleinen Ausbruch aus dem Alltag im Gedächtnis zu behalten. Zu guter Letzt gab es noch für jedes Kind einen Schokoladenweihnachtsmann zum Mitnehmen.

Rückblickend lässt sich sagen, dass der Filmabend erfolgreich und zufriedenstellend, jedoch gefühlt viel zu schnell vergangen ist. Mit der Hilfe unserer tatkräftigen Unterstützer werden sicherlich noch weitere schöne Aktionen folgen können.

Tobias Wirtz und Elif Yildiz

Party für die Bewohner der Rombachstraße

Seit Tagen schon wächst der Unmut der Bewohner in der Rombachstraße über die seit Wochen ausstehenden kommunalen Zuweisungen. Viele sind bereits seit September oder Oktober in der Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht. Sie verstehen nicht, warum es nicht endlich weitergeht in kleinere Unterkünfte.

So entsteht bei der Leitung der Unterkunft Freitagabend die Idee, für eine feierliche Ablenkung zu sorgen, bevor die täglich zu erwartenden Zuweisungen stattfinden. Mit dem Begriff Abschiedsfest wird gehadert, weil die Helfer Sorge haben, bei den Bewohnern falsche Hoffnungen auf eine unmittelbar bevorstehende Zuweisung zu wecken. Mehrfach schon hatte es derartige Gerüchte gegeben.

Wir setzten uns noch Freitag abend mit Patrick Gier vom Jub in Verbindung, der uns spontan und unbürokratisch einige Minuten nach unserem ersten Telefonat und einer Führung durch Stefanie Bahr Schlüssel und Räumlichkeiten des Cafes im Jub übergab.

Der Samstag beginnt für uns  mit Telefonaten und Mails, um Essen, Musik und Helfer zu organisieren.
Erstaunlicherweise ist all das bis mittags geklärt. Bis auf die Kostenübernahme. Diese zu klären, dauert eine Mail und zwei Telefonate mit dem Pfarrer der Gemeinde St. Donatus Ralf Freyaldenhoven in Brand.
Er sagt nachmittags die komplette Kostenübernahme von Essen und Getränken  hälftig durch die Pfarre St. Donatus und den Brander Bürgerverein zu. Damit hatten wir nicht gerechnet! Vielen, vielen Dank dafür! Es ist großartig, wenn man in solch kurzer Zeit die gesamten Kosten gedeckt weiß!

Wenige Minuten später erhalten wir die Zusage von Peter Jumpertz, uns Obst und Dekoration zu spenden; finanziert aus dem Erlös eines Solidaritätskonzertes für „unsere“ Flüchtlinge am 17.11. in der Kappertz-Hölle von der Coverband  „Don’t stop“.

Sehr schnell  ist der Sonntag abend da. Die erforderliche Musikanlage wird am späten Nachmittag in der Unterkunft auf Funktionalität getestet und führt zu einer spontanen arabischen Tanzdarbietung.
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Die Bewohner der Rombachstrasse wurden am Vortag über die geplante Party im Jub informiert. Daher stehen sie pünktlich um 17.30 Uhr an der Unterkunft bereit, als mehrere Helfer sie abholen und in das Cafe des Jub begleiten. Dort waren bereits Tische mit Obst und Popcorn sowie Nüssen und herzhaften Knabbereien und Getränken eingedeckt.

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Das Cafe war von den sehr kurzfristig zusammengetrommelten Helfern liebevoll dekoriert. Ein ganz herzliches Dankeschön an die unermüdlichen Helfer des ÖLF, der Pfarren St. Donatus und St.Katharina, die dieses Fest erst möglich machten durch ihren unermüdlichen, stundenlangen sehr professionellen Einsatz in der Vor-und Nachbereitung!! Ihr wart klasse!

Das Abendessen war von der Rombachstraße ins Jub verlegt worden und wurde von den vielen Helfern zusammen mit den Caterern in vier Gängen ausgeteilt. Die orientalischen Speisen kamen generell sehr gut an und das Essen war samt Nachttisch schnell aufgegessen.

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An dieser Stelle ein Teschekür ederim an die Betreiber Familie Kazak! Es ist Wahnsinn, was Ihr an einem Tag und einer Nacht gezaubert habt!

Da sehr viele der Bewohner in Tanzlaune waren, sobald sie die ersten Klänge arabischer Musik hörten, verlagerte sich rasch dank der Hilfe von Robert Gerick die Party in die Disko des Jub.
Dort spielte „DJ“ Nishtman Aniz sowohl arabische als auch europäische und afrikanische Musik und es wurde getanzt, bis alle schweißnass waren.

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Bekanntlich soll man ja aufhören, wenn es am schönsten ist. So machten wir uns also nach einer Aufräumaktion gemeinsam mit den Bewohnern der Rombachstrasse und vielen Dankeschöns und Thank you auf den Weg zurück in die Einrichtung.

Einige Bewohner haben sogar eine schriftliche  Dankesrede verfasst, in der sie ausdrücklich allen Helfern in der Rombachstraße für ihren unermüdlichen Einsatz in der Essensausgabe sowie der Kinder-und Freizeitbetreuung  und ihre liebevolle Fürsorge danken. Besonders erwähnen sie, dass die Helfer ihren Kindern, die aus Kriegsgebieten kommen, endlich wieder Hoffnung geben. Sie legen Wert darauf, nicht mit den Kölner Geschehnissen in Verbindung gebracht zu werden und warnen vor Pauschalisierungen. „Unsere“ Bewohner legen Wert darauf, anderen Menschen respektvoll zu begegnen. Immer. Sie bedanken sich noch einmal ausdrücklich für den heutigen Abend.

Wir finden, dass wir zu danken haben: Ihr seid eine echte Bereicherung! Für unser Land und unsere Kultur. Und für unseren Horizont.

Wie es „danach“ weitergehen kann

Es ist der 7. Januar. Ein verregneter Tag. Wir machen uns auf den Weg nach Dinslaken. Dorthin wurde Fade, ein syrischer Geflüchteter, Mitte Dezember kommunal zugewiesen, nachdem er fast drei Monate in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Rombachstraße zugebracht hatte.

Wir sind neugierig, wie es für Fade weitergegangen ist, nachdem wir uns von ihm verabschiedet hatten. Er ist jetzt in einem ehemaligen katholischen Kindergarten mit 34 anderen Geflüchteten verschiedenster Nationalitäten untergebracht.

Er hatte großes Glück: Er bewohnt ein kleines Vierbettzimmer, daß er sich momentan mit zwei anderen Flüchtenden teilt. Alle anderen sind in 10/11-Bettzimmern untergebracht. Das Zimmer ist spartanisch eingerichtet; Gemeinschaftssanitärräume befinden sich in der Einrichtung sowie eine kleine Küche, die von allen rund um die Uhr genutzt werden kann.

Die kommunal Zugewiesenen dürfen sich frei außerhalb der Einrichtung bewegen. In Aachen mussten die Bewohner unserer Erstaufnahmeeinrichtung innerhalb der Stadtgrenzen bleiben. Sie bekommen nach der kommunalen Zuweisung mehr als die bisherigen 30 Euro Taschengeld wöchentlich; müssen aber jetzt auch von dem Geld selbstständig einkaufen und kochen.

Fade hat sichtbar abgenommen; er erzählt uns, dass es sehr viel Ärger gab, bevor er in dieser Unterkunft untergebracht wurde. Zuvor wurde er in einer Einrichtung untergebracht, in der 3000 Leute verschiedenster Herkunftsländer miteinander auskommen mußten, was sehr schlecht funktioniert. Er beschwerte sich massiv und bestand auf einer anderen Unterbringung.

Und hatte Glück, gleich zu Anfang in der neuen Einrichtung auf einen sehr hilfsbereiten Sicherheitsbeamten libanesischer Herkunft zu treffen, der bei unserem Zusammentreffen in Dinslaken zeitweise als Übersetzer fungierte und offensichtlich sehr großes Interesse an Fades Werdegang hat. Fade spricht inzwischen einige Sätze deutsch und sein Englisch hat sich deutlich verbessert.

Leider kann er noch nicht am Deutschunterricht teilnehmen; dazu muss er erst auf sein „Interview“ warten. Bis dahin behilft er sich mit Youtube als Autodidakt. Das geht jetzt – im Gegensatz zu seiner Zeit in Aachen, da dort nie ausreichend Ruhe zum Lernen war; Fade kannte dort keine Privatsphäre aufgrund der Unterbringung mit mindestens 140 anderen Flüchtenden in der Turnhalle der Gesamtschule in der Rombachstraße.

Wir reden lange; er zeigt uns die Stadt, wir gehen einen Kaffee trinken. Im Vergleich zu Aachen wirkt Dinslaken ausgestorben. Fade betont immer wieder, daß er nach Aachen zurück möchte, sobald das möglich ist. Er berichtet davon, wie freundlich er bei uns aufgenommen wurde und wieviel Ansprache er hatte. Wie sehr ihm unsere Stadt ans Herz gewachsen ist während seiner Zeit in der Erstaufnahmeeinrichtung. Wie offen die Aachener BürgerInnen begegnet sind.

Er verfasst fortwährend eine einzige Liebeserklärung an Aachen. Ein größeres Kompliment an eine Stadt haben wir noch nicht gehört. Und ein schöneres Dankeschön für die Arbeit, die in der Einrichtung in der Rombachstraße täglich geleistet wird, kann es nicht  geben.

Wir nehmen viele Grüße und mehrere Videobotschaften an die anderen Bewohner unserer Einrichtung mit, die noch nicht ihre kommunalen Zuweisungen erhalten haben. Und fühlen uns einmal mehr bestätigt in dem, was wir tun.

Wir sind sicher, Fade bald wieder in Aachen zu sehen!

Nachlese: „Café international“ in der Martin-Luther-Kirche

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Es gab sogar mehr als die angekündigten „Kuchen und Kekse, Kaffee und Tee, Reden und Zuhören“.

Am vierten Adventssonntag fand es statt, das dritte Café international, für schon länger in Brand wohnende Flüchtlinge, Bewohner der Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe und viele engagierte Helfer und Interessierte. Der gemütliche Austausch am gemeinsamen weihnachtlichen Kaffeetisch wurde, nach herzlicher Begrüßung durch Pfarrer Loeper, mit vielen Stühlen ergänzt, da 25 Bewohner der Turnhalle in der Rombachstraße zusammen mit Sabine Drewanz und anderen Helfern dazu kamen. Das gemeinsame Weihnachtsliedersingen, einige musikalische Beiträge des Geigenduos der Familie Rothenburg und die vom Ex-Alemannen Gerd Blum mitgebrachten original Bundesligabälle als Geschenke machten das Treffen zu einem besonderen Adventsnachmittag.

Man trennte sich nach einer Einladung von Pfarrer Loeper: Möglichst bald soll ein Fußballspiel zwischen Menschen, die in Brand Zuflucht gefunden haben, und ehrenamtlichen Helfern stattfinden!

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Hygieneschulung für EssensausgeberInnen

Bei der Essensausgabe ist es wichtig, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden. Daher bietet das DRK für alle ehrenamtlichen HelferInnen im Januar 2016 Hygieneschulungen an.

Diese findet jeweils im „Gesundheitsamt der Städteregion“ in den Aachen-Arkaden in Rothe Erde statt:

StädteRegion Aachen
A 53.2 Gesundheitsamt, Infektionsschutz
Raum 203, Trierer Straße 1
52078 Aachen

Folgende Termine stehen noch für je maximal 10 Personen an:

  • Montag, den 11.01.2016     09:00 Uhr
  • Mittwoch, den 13.01.2016   14:00 Uhr
  • Mittwoch, den 13.01.2016   16:00 Uhr

Falls Sie Interesse haben, an der Schulung teil zu nehmen,
– tragen Sie sich bitte zum einen in der nachstehenden Moregenize Liste / Reiter Hygieneschulung ein
– und melden sich beim Gesundheitsamt, um die erforderlichen Unterlagen vorab zugemailt zu bekommen (Mail: Elke.Houben@staedteregion-aachen.de) Tel.: 0241/5198-5313

Sollten Sie den reservierten Termin nicht wahrnehmen können, melden Sie sich bitte vorher unter folgender Telefonnummer ab: 0241/5198-5590.

Sternsinger aus dem Morgenland

Anfang Januar 2016 besuchten einige EhrenamtlerInnen die Unterkunft, um herauszufinden, ob einige der Kinder Lust hätten, bei den Sternsingern mitzugehen. Im Laufe des Nachmittags wurden zahlreiche Kronen gebastelt und gegen 17 Uhr kamen einige Gruppenleiter der Sternsinger in die Unterkunft, um die Migrationskinder in ihre Gruppen aufzunehmen. Zeitgleich fand die Gewänderanprobe statt. Und wie wir es von den eigenen Kindern schon kennen, so ging es auch bei den syrischen Kindern darum, das schönste Gewand zu ergattern. Da aber alle GruppenleiterInnen die Nerven behielten, waren am Ende rund 20 Kinder auf die Gruppen verteilt. Am Sonntag holten wir die Kinder und einige Erwachsene um 9 Uhr zum Aussendungsgottesdienst ab.

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Zu Fuß ging es dann Richtung St. Donatus, wo sich die größtenteils muslimischen Kinder unter die rund 220 anderen Könige mischten.

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Am Ende des Gottesdienstes sprach eine syrische Mutter noch ein bewegendes Dankeswort an die gesamte Gemeinde. Während es für die einen Migrationskinder gar kein Problem war, mit einer fremden Gruppe von Haus zu Haus zu ziehen, war es für andere doch alles sehr neu, so dass manche Kinder doch früher wieder in die Unterkunft zurück wollten.

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Aber alle haben sich sehr über die Sternsingerbändchen gefreut, die sie am Ende der Aktion geschenkt bekamen.