Party für die Bewohner der Rombachstraße

Seit Tagen schon wächst der Unmut der Bewohner in der Rombachstraße über die seit Wochen ausstehenden kommunalen Zuweisungen. Viele sind bereits seit September oder Oktober in der Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht. Sie verstehen nicht, warum es nicht endlich weitergeht in kleinere Unterkünfte.

So entsteht bei der Leitung der Unterkunft Freitagabend die Idee, für eine feierliche Ablenkung zu sorgen, bevor die täglich zu erwartenden Zuweisungen stattfinden. Mit dem Begriff Abschiedsfest wird gehadert, weil die Helfer Sorge haben, bei den Bewohnern falsche Hoffnungen auf eine unmittelbar bevorstehende Zuweisung zu wecken. Mehrfach schon hatte es derartige Gerüchte gegeben.

Wir setzten uns noch Freitag abend mit Patrick Gier vom Jub in Verbindung, der uns spontan und unbürokratisch einige Minuten nach unserem ersten Telefonat und einer Führung durch Stefanie Bahr Schlüssel und Räumlichkeiten des Cafes im Jub übergab.

Der Samstag beginnt für uns  mit Telefonaten und Mails, um Essen, Musik und Helfer zu organisieren.
Erstaunlicherweise ist all das bis mittags geklärt. Bis auf die Kostenübernahme. Diese zu klären, dauert eine Mail und zwei Telefonate mit dem Pfarrer der Gemeinde St. Donatus Ralf Freyaldenhoven in Brand.
Er sagt nachmittags die komplette Kostenübernahme von Essen und Getränken  hälftig durch die Pfarre St. Donatus und den Brander Bürgerverein zu. Damit hatten wir nicht gerechnet! Vielen, vielen Dank dafür! Es ist großartig, wenn man in solch kurzer Zeit die gesamten Kosten gedeckt weiß!

Wenige Minuten später erhalten wir die Zusage von Peter Jumpertz, uns Obst und Dekoration zu spenden; finanziert aus dem Erlös eines Solidaritätskonzertes für „unsere“ Flüchtlinge am 17.11. in der Kappertz-Hölle von der Coverband  „Don’t stop“.

Sehr schnell  ist der Sonntag abend da. Die erforderliche Musikanlage wird am späten Nachmittag in der Unterkunft auf Funktionalität getestet und führt zu einer spontanen arabischen Tanzdarbietung.
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Die Bewohner der Rombachstrasse wurden am Vortag über die geplante Party im Jub informiert. Daher stehen sie pünktlich um 17.30 Uhr an der Unterkunft bereit, als mehrere Helfer sie abholen und in das Cafe des Jub begleiten. Dort waren bereits Tische mit Obst und Popcorn sowie Nüssen und herzhaften Knabbereien und Getränken eingedeckt.

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Das Cafe war von den sehr kurzfristig zusammengetrommelten Helfern liebevoll dekoriert. Ein ganz herzliches Dankeschön an die unermüdlichen Helfer des ÖLF, der Pfarren St. Donatus und St.Katharina, die dieses Fest erst möglich machten durch ihren unermüdlichen, stundenlangen sehr professionellen Einsatz in der Vor-und Nachbereitung!! Ihr wart klasse!

Das Abendessen war von der Rombachstraße ins Jub verlegt worden und wurde von den vielen Helfern zusammen mit den Caterern in vier Gängen ausgeteilt. Die orientalischen Speisen kamen generell sehr gut an und das Essen war samt Nachttisch schnell aufgegessen.

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An dieser Stelle ein Teschekür ederim an die Betreiber Familie Kazak! Es ist Wahnsinn, was Ihr an einem Tag und einer Nacht gezaubert habt!

Da sehr viele der Bewohner in Tanzlaune waren, sobald sie die ersten Klänge arabischer Musik hörten, verlagerte sich rasch dank der Hilfe von Robert Gerick die Party in die Disko des Jub.
Dort spielte „DJ“ Nishtman Aniz sowohl arabische als auch europäische und afrikanische Musik und es wurde getanzt, bis alle schweißnass waren.

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Bekanntlich soll man ja aufhören, wenn es am schönsten ist. So machten wir uns also nach einer Aufräumaktion gemeinsam mit den Bewohnern der Rombachstrasse und vielen Dankeschöns und Thank you auf den Weg zurück in die Einrichtung.

Einige Bewohner haben sogar eine schriftliche  Dankesrede verfasst, in der sie ausdrücklich allen Helfern in der Rombachstraße für ihren unermüdlichen Einsatz in der Essensausgabe sowie der Kinder-und Freizeitbetreuung  und ihre liebevolle Fürsorge danken. Besonders erwähnen sie, dass die Helfer ihren Kindern, die aus Kriegsgebieten kommen, endlich wieder Hoffnung geben. Sie legen Wert darauf, nicht mit den Kölner Geschehnissen in Verbindung gebracht zu werden und warnen vor Pauschalisierungen. „Unsere“ Bewohner legen Wert darauf, anderen Menschen respektvoll zu begegnen. Immer. Sie bedanken sich noch einmal ausdrücklich für den heutigen Abend.

Wir finden, dass wir zu danken haben: Ihr seid eine echte Bereicherung! Für unser Land und unsere Kultur. Und für unseren Horizont.

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