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Danke, Aachen!

Es ist Mittwochmittag. Die Turnhallen in der Rombachstraße werden aufgeräumt und gereinigt. Sie wirken schon jetzt geisterhaft verlassen.

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Fast alle Bewohner haben in den letzten beiden Tagen die Einrichtung verlassen. Nur zwölf Menschen warten weiterhin in Brand auf ihre kommunalen Zuweisungen. Leider mussten sich viele liebgewonnene Freunde voneinander trennen. Auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und den Mitarbeitern des DRK fiel so mancher Abschied schwer. Es sind viele Bindungen entstanden. Telefonnummern und Mailadressen  wurden daher zahlreich ausgetauscht, um in Kontakt bleiben zu können.

Alle sind sehr gespannt darauf, wie es weitergeht. Keiner weiß genau, was vorgefunden wird in der nächsten „Heimat“, da die bisherigen Erfahrungen äußerst unterschiedlich sind. Sie reichen von der Unterbringung in beheizten Zelten über Wohncontainer bis hin zu klassischen Asylbewerberheimen oder kleinen Wohnungen, die sich eine Familie oder vier bis elf Leute teilen.

Allen gemeinsam ist, dass sie ab jetzt eigenverantwortlich agieren müssen: Einkaufen, Kochen, Putzen und vieles mehr werden die Flüchtenden ab jetzt selbstständig organisieren müssen. Alle, die gingen, bedankten sich sehr herzlich mit Handschlag, Umarmungen, Küsschen und sehr vielen guten Wünschen, die von Übersetzern an die Helfer weitergegeben wurden. Und mit dem „Klenkes“.

Rombachstr-05 Abschied

Alle Flüchtenden waren sich einig, dass die Betreuung in der Rombachstraße sehr umfangreich, liebevoll und herzlich war. Viele der Bewohner wären sehr gerne in Aachen geblieben, aber darauf hat leider niemand Einfluss. Die Flüchtenden müssen dorthin gehen, wohin sie zugewiesen werden. Getauscht werden kann nicht; bei diesem Versuch erlischt der Anspruch auf Asyl in Deutschland.

So fügten sich alle letztlich ihren Zuweisungen und waren froh, dass es nun nach der Unterbringung in der Erstaufnahmeeinrichtung weitergeht.

Es wurde zwei Tage lang Abschied genommen, gepackt, geweint, gelacht und gedankt. Sogar die Kinderspielzeuge, die zunächst wegen Platzmangel nicht mitgenommen werden sollten, fanden nach vielem Probieren und Diskutieren doch noch einen Platz und zauberten ein glückseliges Lächeln in so manches Kindergesicht.

Die Busse wurden in eisiger Kälte mit vielem Winken und Abschiedsrufen bei der Abfahrt begleitet.
Sie nehmen all unsere guten Wünsche für ihre Zukunft  mit!

Eine neue Pinnwand – herzlichen Dank!

Pinnwand  für Infos in der Sporthalle Rombachstraße, gespendet von der Tischlerei Korr GmbH, Aachen-Brand

Pinnwand für Infos in der Sporthalle Rombachstraße,
gespendet von der Tischlerei Korr GmbH, Aachen-Brand

Im Rahmen der ehrenamtlichen Betreuung der Flüchtlinge, die in der Erstaufnahmeeinrichtung an der Rombachstraße untergebracht sind, gibt es vielschichtige Betreuungsangebote für Jung und Alt, so stehen lernen, Sport und Spiel neben weiteren Aktivitäten auf dem Plan. Um all die Angebote zu bewerben, benötigten wir dringend eine große Pinnwand. Ein kurzes Gespräch mit Herrn Olav Korr befreite uns von der Sorge, indem er für uns diese Pinnwand als Unikat baute und kostenfrei zur Verfügung stellte.

Wir, der Ökumenische Lenkungskreis Flüchtlinge Brand – Forst, bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Korr und seinen Mitarbeitern für die großzügige Unterstützung unserer Arbeit.

Horst Schilberz

Orientalischer Basar in der Rombachstraße

Es war etwas Vorarbeit nötig: „Ursula“  musste organisiert werden, eine Liste über unsere Bewohner in der Rombachstraße und deren Bedarf erstellt werden und dann konnten wir endlich los. Wir machten uns auf den Weg, um alle unsere Bewohner bedarfsgerecht mit den noch fehlenden Utensilien wie Kinderspielzeug einzudecken.

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Bei „Islamic Relief“ wurden wir sehr freundlich empfangen und erhielten sogar spontan Dinge wie Handschuhe und Koffer, an die wir beim Erstellen unserer Liste nicht gedacht hatten. Es kam soviel  für unsere derzeit 145 Bewohner zusammen, dass das große Auto bis unter das Dach vollgepackt war.

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Mit großer Begeisterung wurden wir in der Unterkunft empfangen. Auf dem „orientalischen Basar“ ging es sofort hoch her. Im Nu war jeder der Bewohner eingedeckt und es ging ein vorweihnachtliches Strahlen durch die Unterkunft. Danke an IslamicRelief! Ihr leistet großartige Arbeit!

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Leider konntet Ihr die vielen „Shoukran!“ – „Danke!“ – „Thank you!“ – „Merci!“ nicht hören und vom vorweihnachtlichen Strahlen können wir Euch nur berichten.

Borussia Brand geht mit gutem Beispiel voran

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In den letzten Monaten beherrschte ein großes Thema die Nachrichten: Durch Krieg und Vertreibung flüchten viele Menschen und Familien in unser Land. Auch in Brand sind Flüchtlinge angekommen.

Durch die Unterbringung in der Sporthalle der Gesamtschule fallen auch für Borussia Brand Trainingszeiten für Fußball, Handball, Tischtennis etc. aus. Es ist für unseren Verein eine Selbstverständlichkeit, hier zu helfen. Es gibt eben wichtigere Dinge als Sport.

Borussia Brand geht aber weiter. Sport verbindet! Somit haben wir Hilfe für Kinder und Jugendliche angeboten.

Unsere Jugendfußballabteilungen der E-Jugend und Bambinis öffnen für gleichaltrige Flüchtlingskinder die Trainingsaktivitäten.

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Die ersten gemeinsamen Trainingseinheiten sind mittlerweile erfolgt und die Erfahrungen durchweg positiv. Die Verständigung ist kein Problem. Wir finden in unseren Mannschaften viele Nationalitäten und Religionen. So helfen schnell arabisch sprechende Eltern bei der Erläuterung von Übungen und Spielen. Die Berührungsängste sind in kurzer Zeit erloschen. Freudig toben und laufen unsere Gäste mit der Mannschaft von Borussia Brand.

Fußball verbindet. Gibt es etwas Schöneres als glückliche Kinderaugen und lautes Kinderlachen? Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Trainingseinheiten.

Marco Bund
Bambinitrainer von Borussia Brand

Ein vorweihnachtlicher Ausflug

Eigentlich sollte es ein Ausflug zum Abenteuerspielplatz werden. Dann kam der freitägliche Regen und somit fielen unsere Pläne buchstäblich ins Wasser. Spontan wurde unter Zuhilfenahme der Stadt Monschau (DANKE dafür noch einmal!!!) und dem Mobilé in Brand („Ursula“ brachte uns sicher überall hin!) ein Ersatz gefunden: Mit zwei Familien fuhren wir zum Weihnachtsmarkt nach Monschau.

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Die eigentliche Attraktion für die Familien aus Syrien war die malerische, weihnachtlich geschmückte Stadt. Jedes Fenster lud zum Verweilen ein. Fotos vor der malerischen Kulisse wurden gemacht.

Beim Bummel über den Weihnachtsmarkt stießen wir auf großes Interesse an uns und wurden sehr freundlich aufgenommen. Die Kinder wurden von Besuchern mit Salzstangen bedient und ein Verkäufer von Nikolausmützen bewies Geduld und Ausdauer mit unseren  Wünschen und stellte sich nach der Anprobe gerne für ein Foto mit uns  zur Verfügung.

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Die Kinder kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und die Mütter waren begeistert und erzählten von ihrer Heimat, den Städten, den Bauten und der Natur. Immer wieder zogen sie Vergleiche und berichteten uns viel über bessere Zeiten in ihrem Land.

Monschau war für die syrischen Familien ein guter Einstieg, um ihre neue Heimat kennenzulernen und für uns ein Türöffner zum Austausch über Sitten und Gebräuche. Uns hat dieser Ausflug sehr bereichert; viele unserer bisherigen Vorstellungen von syrischem Leben haben wir revidiert und unser Wissen erweitert. Absolut empfehlenswert, dieser Austausch!

Dafür DANKE an unsere neuen Brander Mitbewohner!

Die Schuhkartonaktion

Nach dem Vorbild „Weihnachten im Schuhkarton“ haben zahlreiche Kinder der KiTa St. Monika zusammen mit ihren Eltern fleißig Schuhkartons gepackt. Sie wurden liebevoll befüllt mit Spielsachen, Malutensilien und (gaaanz wichtig!) Schokolade, anschließend wurden sie bunt verpackt. Diese Kartons sind im Rahmen einer „St. Martin Aktion“ am Mittwoch, 25. November, an Flüchtlingskinder der Unterkunft Rombachstraße verteilt worden. Wir haben im Jugend- und Bildungszentrum (JuB) einen Raum zur Verfügung gestellt bekommen. Dieser Raum wurde ein wenig der Jahreszeit entsprechend dekoriert, es wurden Kekse und Kakao bereitgestellt.

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Gemeinsam mit einer Dolmetscherin vom DRK wurden die Kinder mit ihren Müttern in der Rombachstraße abgeholt und wir haben einen gemütlichen Spaziergang zum JuB unternommen. Dort haben die Kinder die Kartons überreicht bekommen – beziehungsweise konnten sich diese selber aussuchen. Es war eine sehr harmonische Atmosphäre und ein wunderschönes, kunterbuntes Treiben. Das ein oder andere Tränchen ist leider auch geflossen – konnte aber mit einem weiteren Karton ganz schnell in ein Freudentränchen verwandelt werden!

Die Kinder und ihre Mütter hatten großen Spaß, da es eine willkommene Abwechslung vom teilweise doch sehr eintönigen Alltag war. Auch uns hat der Nachmittag große Freude bereitet.

Schuhkarton

Es sind noch einige Kartons über. Diese werden nach und nach in anderen Einrichtungen verteilt. So verteilten wir am 9. Dezember einige Kartons in der Einrichtung Mariabrunnstraße. Auch dort wurden die Kartons unter großer Freude in Empfang genommen, genau wie die zurechtgestellten Kekse und Schokolade!

Für den Ökumensichen Lenkungskreis Flüchtlinge (ÖLF) Brand -Forst

Nicole Hick

Kleine rote Wichtel in der Rombachstraße

Kleine rote Wichtel

Kleine rote Wichtel

Bisher konnte nicht abschließend geklärt werden, woher sie kamen. Plötzlich waren sie da: Kleine Menschen mit roten Nasen. Sie trugen rote Mützen auf ihren Köpfen und verteilten an die Kinder in der Unterkunft in der Rombachstraße Tüten mit Leckereien.

Gedankt wurde ihnen mit strahlenden Gesichtern. Diese Aktion lud zum Verweilen und einfach nur Zuschauen ein.

Statusbericht Rombachstraße

Nach dem Zugang von knapp 50 Flüchtlingen am Freitagabend sind jetzt insgesamt 210 Personen in der Rombachstraße untergebracht.  Differenziert nach Geschlecht und Altersstruktur bedeutet dies:

Erwachsene: 136, davon 106 Männer (ab 18 Jahre) und 30 Frauen (ab 18 Jahre)
Kinder: Bis 8 Jahre: 31; 8 – 14 Jahre: 25; 14 – 18 Jahre: 18

Nach Ankunft der neuen Flüchtlinge wurde von „unserem Ärzteteam“ um Prof. Zilkens zunächst die Erstuntersuchung für sämtliche Personen durchgeführt. Als „Mitternachtsbuffet“ wurde dann gegen 23.30h für die verständlicherweise hungrigen Flüchtlinge noch ein Essen gereicht.

Die Organisation und Durchführung von Betreuungsprogrammen wie Sprachförderung, Sport, Spiel und Unterhaltung hat ein beachtliches und anerkanntes Niveau erreicht. Qualität und Quantität der Angebote können sich sehen lassen !  Zurzeit wird der weitere Ausbau der Erwachsenen-Angebote forciert. Da die Flüchtlinge sich momentan natürlich sehr viel innerhalb der Hallen aufhalten, sind die externen Betreuungsangebote (z.B. im JuB, Gesamtschule)  natürlich eine willkommene Abwechslung!

Um für alle Beteiligten die Transparenz sicherzustellen, haben die Teamleiter der Betreuungsgruppen entsprechende Übersichten für das DRK und Ehrenamtler erstellt.

Zur Advents- und Weihnachtszeit sind einige Überraschungen für die Flüchtlinge geplant, später dazu mehr.

Angesichts der gestiegenen Anzahl wurde in der Moreganize-Liste die Planzahl der Helfer für die Essensausgabe nach oben gesetzt.

Nach wie vor wird davon ausgegangen, dass die Belegung der Hallen auf die geplante Kapazität  von 320 Flüchtlingen ausgeschöpft werden wird. Genaueres…. ?

So viel für heute, eine schöne Adventszeit!

Ausflug mit Eseln („Chamar“)

Aachen, 27.11.2015: Nicht nur die drei Kinder, sondern auch die beiden Esel Robin und Jaques hatten ihren Spass, als sie heute zusammen einen Ausritt wagten. Drei der Kinder aus der Rombachstraße durften mit auf den Ausflug, doch wären am liebsten noch zehn weitere Kinder mitgekommen. Das wäre dann für Robin und Jaques doch etwas zu viel gewesen.

Melek, Mohammad, Ahmed und Nene mit Manfred-01

Aber wenn die Sonne wieder scheint und die Esel sich etwas ausgeruht haben, stehen sie bestimmt noch einmal für einen Ausritt bereit. Die Kinder der Rombachstraße jedenfalls scharren schon mit den Hufen.

Melek auf Robin-01

Fotos: Christina Paulson

Spielgeräte und Mitspieler gesucht

Für die Flüchtlingskinder in der Turnhalle Rombachstraße werden Spielgeräte als Spende für drinnen und draußen gesucht.

Funktionstüchtige Spielsachen für drinnen: Für den Innenbereich freuen sich die Kinder über Lego und Lego Duplo, Puzzles und Bilderbücher mit viel Bildern und wenig Text (Wimmelbücher), Spielzeugautos, Buntstifte, Spitzer und Malpapier, Puppen und Puppenkleider (keine Kuscheltiere!).

Funktionstüchtige Spielsachen für draußen: Roller, Inlineskates, Bälle (Fußball, Basketball, Volleyball, Softball), Frisbeescheiben, Federballsets, Bobbycar, Sandkasten-Bagger, Straßenmalkreide, Verkehrshütchen etc.

Spielsachen spenden: Bitte melden Sie sich bei S. Vietzke per email unter sasu.ebert@gmx.de, Stichwort: Spielgerät / Spiel+Spaß. Bitte geben Sie an, was genau Sie spenden möchten. Bitte nichts an der Turnhalle abstellen.  Frau Vietzke meldet sich bei Ihnen. Vielen Dank!

Bevor die Sachen zur Unterkunft kommen, werden sie gekennzeichnet, so dass möglichst viel erhalten bleibt für folgende Gruppen von schutzsuchenden Menschen. Nicht mehr benötigte Spielsachen werden im Anschluss an Sozialkaufhäuser oder neue Notaufnahmelager gespendet.

Spielzeit spenden: Spielsachen sind nur Mittel zum Zweck. Deshalb werden auch Menschen gesucht, die gerne mit den Kindern mehr oder weniger viel Zeit verbringen möchten. Dieses Angebot soll für alle Beteiligten niedrigschwellig sein. Die Kinder sind sehr offen und freuen sich, wenn jemand sich mit ihnen beschäftigt, z.B. Ballspiele, beim Inliner anziehen hilft, Bücher anschaut, man vielleicht mit mehreren Helfern und ggf. Eltern der Kinder zum Spielplatz geht. Wenn viele mitmachen, werden die Ideen nicht ausgehen, und es verteilt sich auf vielen Schultern. So gelingen unregelmäßige, spontane oder regelmäßige Angebote.

Organisationsplattform ist dafür die Moreganizeliste auf www.st-donatus.de/fluechtlingshilfe/

Hinter den „Pfeil-Karteikartenreitern“ finden sich die Zeiten für Spielangebote.

Neue DRK Leitung in der Rombachstraße

Das DRK hat heute die neue Leitung in der Rombachstraße installiert. Ralf Freyaldenhoven und ich haben Frau Pütman heute morgen während der Frühstücksausgabe kennengelernt und einen sehr positiven ersten Eindruck gewonnen.

Ich habe mit Frau Pütmann für kommenden Dienstagmorgen ein ausführlicheres Gespräch vereinbart. Schwerpunkt ist hierbei die Sicherstellung einer kooperativen Zusammenarbeit sowie die Transparenz der Aktivitäten und Aufgaben.

Erfreulicherweise hat das DRK unser Engagement über den „grünen Klee“ gelobt.
Unsere Helferarbeit bei der Essensausgabe, die Betreuungsangebote und die ärztliche Sprechstunde hält das DRK für unverzichtbar.

Für den ÖLF

Klaus Assent