Schlagwort-Archive: Zuweisung

Danke, Aachen!

Es ist Mittwochmittag. Die Turnhallen in der Rombachstraße werden aufgeräumt und gereinigt. Sie wirken schon jetzt geisterhaft verlassen.

IMG_1890

IMG_1887

Fast alle Bewohner haben in den letzten beiden Tagen die Einrichtung verlassen. Nur zwölf Menschen warten weiterhin in Brand auf ihre kommunalen Zuweisungen. Leider mussten sich viele liebgewonnene Freunde voneinander trennen. Auch den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und den Mitarbeitern des DRK fiel so mancher Abschied schwer. Es sind viele Bindungen entstanden. Telefonnummern und Mailadressen  wurden daher zahlreich ausgetauscht, um in Kontakt bleiben zu können.

Alle sind sehr gespannt darauf, wie es weitergeht. Keiner weiß genau, was vorgefunden wird in der nächsten „Heimat“, da die bisherigen Erfahrungen äußerst unterschiedlich sind. Sie reichen von der Unterbringung in beheizten Zelten über Wohncontainer bis hin zu klassischen Asylbewerberheimen oder kleinen Wohnungen, die sich eine Familie oder vier bis elf Leute teilen.

Allen gemeinsam ist, dass sie ab jetzt eigenverantwortlich agieren müssen: Einkaufen, Kochen, Putzen und vieles mehr werden die Flüchtenden ab jetzt selbstständig organisieren müssen. Alle, die gingen, bedankten sich sehr herzlich mit Handschlag, Umarmungen, Küsschen und sehr vielen guten Wünschen, die von Übersetzern an die Helfer weitergegeben wurden. Und mit dem „Klenkes“.

Rombachstr-05 Abschied

Alle Flüchtenden waren sich einig, dass die Betreuung in der Rombachstraße sehr umfangreich, liebevoll und herzlich war. Viele der Bewohner wären sehr gerne in Aachen geblieben, aber darauf hat leider niemand Einfluss. Die Flüchtenden müssen dorthin gehen, wohin sie zugewiesen werden. Getauscht werden kann nicht; bei diesem Versuch erlischt der Anspruch auf Asyl in Deutschland.

So fügten sich alle letztlich ihren Zuweisungen und waren froh, dass es nun nach der Unterbringung in der Erstaufnahmeeinrichtung weitergeht.

Es wurde zwei Tage lang Abschied genommen, gepackt, geweint, gelacht und gedankt. Sogar die Kinderspielzeuge, die zunächst wegen Platzmangel nicht mitgenommen werden sollten, fanden nach vielem Probieren und Diskutieren doch noch einen Platz und zauberten ein glückseliges Lächeln in so manches Kindergesicht.

Die Busse wurden in eisiger Kälte mit vielem Winken und Abschiedsrufen bei der Abfahrt begleitet.
Sie nehmen all unsere guten Wünsche für ihre Zukunft  mit!