Trommeln, Taboulé und Tanz: Das große Helferfest

Afghanische Trommeln, syrische Stand-Up-Comedy, arabische Leckerbissen, moderne Soulmusik, Evergreens auf der Zieharmonika und dazu Öcher Stimmungslieder: Das Programm des Festabends für die freiwilligen Flüchtlingshelfer aus Brand und Forst im Saalbau Rothe Erde konnte sich in Sachen Vielfalt durchaus mit den Aufgaben messen, die wir Integrationshelfer in den vergangenen Monaten zu bewältigen hatten.

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Wie sehr die Stadt in der zeitweise turbulenten zweiten Hälfte des vergangenen Jahres auf die Hilfe der mehreren Tausend Freiwilligen angewiesen war, hob Oberbürgermeister Marcel Philipp hervor. Es war eine Arbeit mit vielen Gesichtern: Sie begann von der täglichen Essensausgabe in der Turnhalle der Gesamtschule Brand und der Theodor-Körner-Kaserne, reichte über Sprachkurse und Hilfe bei der Eingewöhnung in den deutschen Alltag und endete in einem breiten Angebot an integrativen Aktionen, etwa Besuche für Kinder im Aachener Tierpark und freiwilligen Arbeitseinsätzen von Flüchtlingen auf einem Bauernhof in Vetschau. Fast 500 Bürger hatten sich alleine in Brand und Forst beteiligt, dazu ungezählte Vereine, Organisationen, Kirchengemeinden und Gruppen aller Art.

Marcel Philipp dankte den rund 200 in der „Kappertz-Hölle“ erschienen Gästen für ihr unermüdliches Engagement. „Sie haben erlebt, wie bereichernd es ist, Menschen aus anderen Kulturen zu begegnen und ihnen zu helfen.“ Für die bevorstehende Integrationsarbeit, bei der es kaum ohne unvermeidliche Reibung abgehen werde, versprach er den Freiwilligen die Unterstützung und Gesprächsbereitschaft der Stadt: „Kommen Sie auf uns zu, meine Tür steht immer offen.“

Das Helferfest würdigte die ehrenamtliche Arbeit in den Notunterkünften und Übergangswohnheimen in Brand und Forst. Zahlreiche Sponsoren und Förderer hatten die Veranstaltung möglich gemacht, so etwa Peter Kappertz, der den Saal bereitstellte und Peter Jumpertz, der den künstlerischen Teil organisierte und selbst am Schluss als DJ für Tanzstimmung sorgte. Unterstützung kam auch in Form eines Schecks über 1000 Euro von der Theatergruppe der Martin-Luther-Kirche Brand, die die Einnahmen ihrer Aufführungen des Stücks „Das Festkomitee“ der Flüchtlingsarbeit spendete.

Im bunten Teil des Abends bekam das Publikum dann eine Kostprobe dessen geboten, was die neuen Nachbarn zum gesellschaftlichen Leben beisteuern können – kulturell wie kulinarisch. Da war etwa der junge Trommler Javid Tajik aus Afghanistan, der den Saal mit den exotischen Klängen seiner beiden Tabla-Trommeln füllte. Oder das üppige Buffet mit Fatusch-Salat, Taboulé und Hummus-Kichererbsenbrei der aus Syrien stammenden Cousins Mohammad Ejjo und Mohamad Ejo (deren unterschiedliche Namensschreibweise auf deutsche Einwanderungsbürokratie zurückgeht).

Hamid Ejo, ein weiteres Mitglied der Familie und als Rotkreuz-Mitarbeiter in den Unterkünften tätig, amüsierte seine Zuhörer mit Stand-Up-Comedy aus der Perspektive eines Neubürgers. Ernster war das auf Persisch vorgetragene Gedicht der jungen Afghanin Assady Maliha über den Schmerz, den das Verlassen der Heimat mit sich bringt.

Im weiteren Programm ging es dann ebenso abwechslungsreich weiter: Das Duo Ariane Baur und Moritz Schippers präsentierte Jazz, Soul und Pop. Auf eine Reise durch die Welt der Musik nahm HeJoe Schenkelberg die Zuhörer mit seinem Akkordeon. Und die in der Karnevalsszene bekannten „De Pöngche“ – Ulrich Havermann und Dirk Chauvistré – sorgten für heimatliche Klänge „met Hazz än Jesangk“. Mit Herz, so hoffen wir, wird die Integrationsarbeit der Aachener Freiwilligen auch in den nächsten Monaten weitergehen.

Bleiben Sie bitte am Ball und melden Sie sich über unser Formular für weitere Arbeiten an – die große Aufgabe Integration geht uns alle an! Viele Ansätze und Anregungen für unsere kommende Arbeit finden Sie in unserem Integrationskonzept Flüchtlinge in Brand und Forst, das Sie als PDF herunterladen können.

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